Skip to main content
/ 18.06.2013
Hans-Hermann Höhmann / Jakob Fruchtmann / Heiko Pleines (Hrsg.)

Das russische Steuersystem im Übergang. Rahmenbedingungen, institutionelle Veränderungen, kulturelle Bestimmungsfaktoren

Bremen: Edition Temmen 2002 (Analysen zur Kultur und Gesellschaft im östlichen Europa 12); 334 S.; 20,90 €; ISBN 3-86108-344-2
Um die eigenwillige Dynamik der russischen Steuergesetzgebung und der Steuerpraxis bewerten zu können, ist es notwendig, den Hintergrund der politischen, ökonomischen und kulturellen Faktoren des Landes zu erörtern. Kognitive Modelle, Verhaltensstile, Motivationen sowie Wert-, Regel- und Normenverständnis der ökonomisch tätigen Menschen entscheiden mit darüber, ob der Fiskus zu seinen Steuereinnahmen kommt. Die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen untersuchte von April 2000 bis März 2002 diese wirtschaftskulturellen Faktoren der fiskalischen Anstrengungen in der Russländischen Föderation. Das Ergebnis ist eine bunte Palette von Aufsätzen, die den Einfluss der Wirtschaftskultur erhellend aufschlüsseln. Für die Steuerproblematik wie für vieles in Russland gelten drei grundsätzliche Regeln: "Erstens: Jede Lösung russischer Probleme braucht Zeit; zweitens: keine Lösung ist mit Patentrezepten zu erreichen; drittens: der Weg zur Konsolidierung kann nur über eine Fülle kleinerer und größerer Ansätze erfolgen, die sich verbinden müssen, um sich allmählich zu verstärken." (15) Inhalt: I. Die russische Steuerreform und ihr gesellschaftlicher Kontext: Hans-Hermann Höhmann: Rußland unter Präsident Putin. Politischer Rahmen, Wirtschaftslage, institutionelle Veränderungen (12-26); Hans-Henning Schröder: Der Präsident und die Unternehmer. Zum Verhältnis von politischer Führung und Kapitalgruppen unter Putin (27-55); Birger Nerré: Rußlands neues Steuergesetzbuch aus steuerkultureller Sicht (56-75); Tim Schröder: Aktuelle Probleme der russischen Steuergesetzgebung (76-99). II. Fallstudien zum unternehmerischen Steuerverhalten: Branchentypische Aspekte: Richard Hainsworth / William Tompson: The Taxation of Russian Banks (102-120); Andreas Heinrich: Das Steuerverhalten der russischen Erdölindustrie (121-140); Sergej Gerasin / Aleksandr Nikitin: Besteuerung der Landwirtschaft. Strategien der scheinbar Einflußlosen (141-154); Alexander Tschepurenko: Steuerrecht und Steuerpraxis. Kleinunternehmen in Rußland (155-172). III. Russische Spezifika der Steuerpraxis. Eine "Kultur der Informalisierung"? Bogdan Gorokhovskij: Non-monetäre Steuerzahlungen im post-sowjetischen Rußland (174-194); Heiko Pleines: Steuerhinterziehung in Rußland (195-209); Eva Freie Busse: Untangling the Chaos. The Unwritten Rules of Russian Taxation (210-227). IV. Fiskalischer Föderalismus in Steuergesetzgebung und Steuerpraxis: Julia Kusznir / Sergej Mitrochin: Die aktuelle Reform des fiskalischen Föderalismus in Rußland (230-245); Irina Kalinina: Intergovernmental Fiscal Relations and Conflicts. The Case of Moscow (246-262); Elena Malieva: Aspekte des fiskalischen Föderalismus. Der Fall Nižnij Novgorod (263-275). V. Steuerreform und Sozialpolitik: Diskurs und Wirklichkeit: Jakob Fruchtmann: Soziale Implikationen der Steuerreform und der Diskurs der "sozialen Frage" (278-297); Susanne Nies: Die Einheitliche Sozialsteuer und die Reform des russischen Sozialversicherungssystems (298-313); Gesa Walcher: Financing Social Security in Russia. The Case of the Pension System (314-332).
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.622.262 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Hans-Hermann Höhmann / Jakob Fruchtmann / Heiko Pleines (Hrsg.): Das russische Steuersystem im Übergang. Bremen: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17934-das-russische-steuersystem-im-uebergang_20699, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20699 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA