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/ 21.06.2013
Jürgen Huber

Eine Vision für ein dynamischeres Europa

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006; 188 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-631-55632-0
Die amerikanischen und europäischen Grundüberzeugungen stehen einander diametral gegenüber, denn die prägenden Erfahrungen auf beiden Seiten des Atlantiks divergieren erheblich, so Huber: Während die Europäer durch zwei Weltkriege „geläutert“ seien, hätten die Amerikaner seit 1865 auf eigenem Boden keine Kampfhandlungen mehr erlebt. Das habe dazu geführt, dass die derzeitige Politik der USA deren eigene Werte untergrabe und dadurch letztlich auch Europa gefährde – von den Vereinigten Staaten sei auf absehbare Zeit keine „konstruktive Politik“ (8) zu erwarten. Daher müsse das sich vereinigende Europa in der Welt mehr Verantwortung übernehmen und eine aktive Rolle spielen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die USA bzw. Chinas autoritäres Regime die Führung übernehmen. Die Europäische Union stelle hingegen ein Integrationsmodell dar, das auf andere Regionen, wie etwa die Afrikanische Union, ausstrahle. In der zweiten Hälfte des Buches legt Huber dar, wie die Europäische Union sich entwickeln könnte beziehungsweise sollte. Er plädiert für eine vertiefte Integration, die Demokratisierung und Stärkung der gemeinschaftlichen Institutionen, die Schaffung einer stabilen EU-Außen- und Wirtschaftspolitik sowie eine engagierte Partnerschaft mit den Nachbarstaaten. Eine reformierte und dynamischere Union könnte auf diese Weise eine konstruktive Rolle in der Welt spielen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.13.53.64.222.64 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Jürgen Huber: Eine Vision für ein dynamischeres Europa Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27372-eine-vision-fuer-ein-dynamischeres-europa_32058, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32058 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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