/ 17.06.2013
Marcelo Neves
Grenzen der demokratischen Rechtsstaatlichkeit und des Föderalismus in Brasilien
Basel/Genf/München: Helbing & Lichtenhahn 2000 (Publikationen des Instituts für Föderalismus Freiburg Schweiz 28); 97 S.; brosch., 20,96 €; ISBN 3-7190-1976-4"Die umfassende Aufnahme der Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates und des Föderalismus in die brasilianische Verfassungsurkunde von 1988 findet keinen entsprechenden Widerhall in der Verfassungswirklichkeit des Landes. Mit anderen Worten: Machtverhältnisse und Sozialbeziehungen entfernen sich radikal vom rechtsstaatlichen, demokratischen und föderativen Verfassungsmodell." (3) Den rechtlichen und außerrechtlichen Ursachen dieser Diskrepanz zwischen Verfassungsrecht und politischer Wirklichkeit geht Neves in seiner kleinen Studie nach. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte Brasiliens seit der Unabhängigkeit stellt er dazu zunächst den Verfassungstext selbst vor. Danach analysiert er die verfassungsrechtlichen, institutionellen, wirtschaftlichen, vor allem aber politisch-kulturellen Ursachen für die mangelhafte Geltung der Legalität in dem südamerikanischen Land. "Nötig ist die Schaffung der operativen Autonomie des Rechts- und des politischen Systems durch die Konkretisierung der Verfassung als struktureller Kopplung von Recht und Politik und als Horizont des rechtlichen und des politischen Verhaltens." (81 f.) Wie diese Entkopplung funktionieren kann, bleibt in den Ausführungen allerdings unbestimmt.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.65 | 2.21
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Marcelo Neves: Grenzen der demokratischen Rechtsstaatlichkeit und des Föderalismus in Brasilien Basel/Genf/München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15237-grenzen-der-demokratischen-rechtsstaatlichkeit-und-des-foederalismus-in-brasilien_17319, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17319
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Dr., Politikwissenschaftler.
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