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/ 11.06.2013
Matthias Rüb

Kosovo. Ursachen und Folgen eines Krieges in Europa

München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1999; 192 S.; 16,90 DM; ISBN 3-423-36175-1
Rüb, Balkan-Korrespondent der FAZ, hat sich in den letzten krisenhaften Jahren als einer der wenigen Südosteuropa-Kenner in Deutschland etabliert. In diesem Buch beschäftigt er sich weniger mit den politischen Ursachen und Folgen des Kosovo-Einsatzes, sondern berichtet als Augenzeuge des Verbrechens und aus der Sicht der Betroffenen. Sein Hauptaugenmerk liegt nicht auf den politischen und wissenschaftlichen Kontroversen über den Nato-Einsatz, sondern vielmehr auf dem Schicksal und Leid der Vertriebenen. Zunächst macht Rüb eine kurze Reise durch die Geschichte des Balkans und weist auf deren mythische Aufladung hin, die die Serben zum Leitmotiv "ihres historischen Rechts" auf das Kosovo machten. Nach einer kurzen Schilderung des politischen Aufstiegs von Milošević und der Anfänge der UÇK-Bewegung liefert er eine Chronik der gescheiterten diplomatischen Versuche der internationalen Gemeinschaft zur politischen Lösung des Konfliktes wie auch der Durchführung des Nato-Einsatzes. Sein lebhafter journalistischer Stil sorgt für mehr Verständnis und hohe Anteilnahme beim Leser.
Deliana Popova (DP)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 4.412.252.62 Empfohlene Zitierweise: Deliana Popova, Rezension zu: Matthias Rüb: Kosovo. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11425-kosovo_13551, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13551 Rezension drucken
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