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/ 11.06.2013
Udo Ulfkotte

Marktplatz der Diebe. Wie die Wirtschaftsspionage deutsche Unternehmen ausplündert und ruiniert

München: C. Bertelsmann 1999; 320 S.; 42,90 DM; ISBN 3-570-00198-9
Das Ende des Ost-West-Konflikts hat nicht nur das Tätigkeitsfeld von Agent 007 stark verändert - auch in der realen Welt der Geheimdienste sind die Prioritäten andere als vor zehn Jahren. Insbesondere der Schutz vor Wirtschaftsspionage bzw. die aktive Ausspähung ausländischer Unternehmen beschäftigen Agenten und Spione auf der ganzen Welt. In Deutschland sind, wie der Autor in seinem an schillernden Beispielen reichen Buch deutlich macht, oft sogar befreundete Geheimdienste ausgesprochen aktiv. Ob nun die amerikanische NSA mittels ihrer ausgedehnten Horchanlage im bayerischen Bad Aibling sämtliche elektronische Korrespondenz von Deutschland ins Ausland abhört oder die französische Direction Général de Sécurité Extérieur und der britische Geheimdienst High Tech-Unternehmen gezielt abschöpfen: Die enge Verbundenheit der jeweiligen Länder ist kein Hinderungsgrund, ihre Industrien auszuspionieren, um der eigenen Wirtschaft handfeste Vorteile zu verschaffen. Auch der BND ist wohl in dieser Hinsicht im Ausland aktiv, aber Ulfkotte weiß darüber vergleichsweise wenig zu berichten. Sein Buch liest sich wie schon der Vorgänger über den BND sehr spannend und flüssig. Ein wissenschaftlicher Apparat fehlt zwar gänzlich, aber angesichts des Themas dürfte die Quellenlage auch mitunter recht problematisch sein.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.214.432.642.324 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Udo Ulfkotte: Marktplatz der Diebe. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11231-marktplatz-der-diebe_13298, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13298 Rezension drucken
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