/ 04.06.2013
Franz Ansprenger
Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert
München: C. H. Beck 1997; 240 S.; 2., neubearb. und erw. Aufl.; 22,- DM; ISBN 3-406-42568-2Gegenüber der Erstauflage von 1992 hat Ansprenger mehrere Kapitel um die Ereignisse der vergangenen fünf Jahre fortgeschrieben und einige neuere Literaturangaben eingearbeitet. Somit umfaßt die Neuausgabe zusätzlich einen Zeitraum mit uneinheitlicher Entwicklung in Afrika. Auf der einen Seite bedeutete der Genozid in Ruanda einen Rückfall in die Barbarei, so daß "[d]er Ausblick [...] 1997 immer noch trübe [ist], vielleicht noch trüber als 1992" (192). Auf der anderen Seite vollzogen in den vergangenen Jahren zahlreiche Staaten den Übergang von autoritären Regimen zu zumindest formaldemokratischen Herrschaftsformen. Für die weitere Entwicklung der heute noch keineswegs konsolidierten Demokratien scheint es dem nunmehr emeritierten Berliner Politologen bedeutsam, inwieweit es gelingt, patrimoniale Strukturen entweder zu überwinden oder in moderne Strukturen zu integrieren. Anders als "Afropessimisten" vertritt der Autor in dieser Frage die Meinung, "daß einige wesentliche Elemente der patrimonialen Gesellschaft Afrikas durchaus zur Demokratie passen, ja es verdienen, für die Zukunft erhalten zu werden, weil ihre Verrottung oder Zerstörung Afrikas Gesellschaft insgesamt [...] schlimmer belasten würde als ihr Überleben" (194).
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.67
Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3830-politische-geschichte-afrikas-im-20-jahrhundert_5422, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5422
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Dr., Politikwissenschaftler.
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