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/ 05.06.2013
Manfred Hildermeier (Hrsg.)

Stalinismus vor dem Zweiten Weltkrieg/Stalinism before the Second World War. Neue Wege der Forschung/New Avenues of Research

München: R. Oldenbourg Verlag 1998 (Schriften des Historischen Kollegs: Kolloquien 43); XVI, 345 S.; 118,- DM; ISBN 3-486-56350-5
Gefördert von der Stiftung Historisches Kolleg fand in München 1996 ein Kolloquium über den Vorkriegs-Stalinismus statt, dessen Beiträge in diesem Band versammelt sind. Der nun möglich gewordene Zugriff auf bisher verschlossene russische Archive, aber auch neue methodische Ansätze haben ihren Niederschlag in den verschiedenen Artikeln zum Thema gefunden. Dessen erneute Behandlung empfahl sich nach Ansicht des Herausgebers nicht nur auf Grund der veränderten Quellenlage. Die in den siebziger Jahren vorherrschende sozialgeschichtliche Betrachtungsweise hatte die "politik- und herrschaftsorientierte" Sicht (VII) zu stark zurückgedrängt. Außerdem hatte auch die neuere Forschung gezeigt, wie stark die Prägekraft des Vorkriegs-Stalinismus für alle nachfolgenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Sowjetunion war. Der Kolloquiumsband will diesen Fakten Rechnung tragen und Wissenschaftler zu Wort kommen lassen, die den Forschungsstand der neunziger Jahre repräsentieren. Inhalt: Robert C. Tucker: Stalinism and Stalin. Sources and Outcomes (1-16); Manfred Hildermeier: Revision der Revision? Herrschaft, Anpassung und Glaube im Stalinismus (17-33); Sheila Fitzpatrick: Intelligentsia and Power. Client-Patron Relations in Stalin's Russia (35-53); Dietrich Beyrau: Geiseln und Gefangene eines visionären Projekts: Die russischen Bildungsschichten im Sowjetstaat (55-77); Hiroaki Kuromiya: Workers under Stalin: The Case of the Donbas (79-97); Dietmar Neutatz: Arbeiterschaft und Stalinismus am Beispiel der Moskauer Metro (99-118); Stephan Merl: Bilanz der Unterwerfung - die soziale und ökonomische Reorganisation des Dorfes (119-145); Gábor T. Rittersporn: Das kollektivierte Dorf in der bäuerlichen Gegenkultur (147-167); J. Arch Getty: Afraid of Their Shadows: The Bolshevik Recourse to Terror, 1932-1938 (169-191); Stefan Plaggenborg: Gewalt im Stalinismus. Skizzen zu einer Tätergeschichte (193-208); Gregory L. Freeze: The Stalinist Assault on the Parish, 1929-1941 (209-232); Michail Vital'evic Škarovskij: Die russische Kirche unter Stalin in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (233-253); Karl Schlögel: Der "Zentrale Gor'kij-Kultur- und Erholungspark" (CPKiO) in Moskau. Zur Frage des öffentlichen Raums im Stalinismus (255-274); Jochen Hellbeck: Self-Realization in the Stalinist System: Two Soviet Diaries of the 1930s (275-290); Jurij Šapoval: Der russische Nationalismus und die Herrschaft Stalins (291-305); Jörg Baberowski: Stalinismus an der Peripherie: Das Beispiel Azerbajdzan 1920-1941 (307-335).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.622.25 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Manfred Hildermeier (Hrsg.): Stalinismus vor dem Zweiten Weltkrieg/Stalinism before the Second World War. München: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7071-stalinismus-vor-dem-zweiten-weltkriegstalinism-before-the-second-world-war_9459, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9459 Rezension drucken
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