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/ 20.06.2013
Christian Wipperfürth

Von der Souveränität zur Angst. Britische Außenpolitik und Sozialökonomie im Zeitalter des Imperialismus

Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2004 (Historische Mitteilungen 54); 473 S.; kart., 78,- €; ISBN 3-515-08517-3
Der Autor wählt einen ungewöhnlichen Ansatz und beleuchtet so das an sich wenig originelle Thema des Imperialismus von einer interessanten Seite. Er beantwortet die Frage nach Determinanten und Wandlungen der britischen Außenpolitik im imperialistischen Zeitalter nicht allein mithilfe von Sozial- und Diplomatiegeschichte. Darüber hinaus zieht er auch gezielt psychologische Ansätze zu Rate, um eine - empirisch dicht belegte - Änderung der britischen Außenpolitik von liberaler, informeller Interessendurchsetzung hin zu aggressivem Imperialismus zu erklären. Eine sich solcherart verändernde Außenpolitik vollzog demnach eine Entwicklung nach, welche die britische Gesellschaft im Ganzen erfasste und sich durch tief greifende, kollektive Verunsicherung und eine damit einhergehende Militarisierung und Aggressivität auszeichnete. Dabei erliegt er nicht der Versuchung, psychologische Erklärungsansätze zu Lasten anderer wichtiger Faktoren zu verabsolutieren, sondern ordnet seine speziellen Erkenntnisse einem breiten Erklärungsansatz zu, der sowohl sozioökonomische wie im engeren Sinne außenpolitische Faktoren umfasst.
Christian Becker (BEC)
Dr. rer. pol.
Rubrizierung: 2.612.24.22 Empfohlene Zitierweise: Christian Becker, Rezension zu: Christian Wipperfürth: Von der Souveränität zur Angst. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23096-von-der-souveraenitaet-zur-angst_26424, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26424 Rezension drucken
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