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/ 03.06.2013
Werner Bührer

Westdeutschland in der OEEC. Eingliederung, Krise, Bewährung 1947-1961

München: R. Oldenbourg Verlag 1997 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 32); X, 446,- S.; 128,- DM; ISBN 3-486-55908-7
Die westdeutsche Mitgliedschaft in der Organization for European Economic Cooperation (OEEC) begann schon 1949 und bot damit die ersten Möglichkeiten, westdeutsche Interessen auf internationaler Ebene zu vertreten. Zunächst bewegten sich die deutschen Politiker im Fahrwasser der Besatzungsmächte, hier vor allem dem der USA, als der "Interessenvertreter" Westdeutschlands, ehe Bonn zunehmend selbstverantwortlich agierte. Wie Bührer betont, war die Idee bzw. die Realisierung einer europäischen Wirtschaftskooperation in Deutschland nicht neu. Schon in den zwanziger Jahren hatte man mit eher bescheidenem Erfolg Beziehungen angeknüpft, vorrangig auf dem Stahlsektor. In der OEEC zeigte sich schon 1950/51, daß die Bundesrepublik als wirtschaftlich potentes Mitglied betrachtet wurde, was natürlich in Bonn das Selbstbewußtsein wachsen ließ. Man betrachtete die wirtschaftliche Kooperation auch als Instrument der Westintegration, um das Vertrauen der Partner zu gewinnen und um schließlich auch den eigenen Einfluß auszubauen. Gegenüber der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft verlor die OEEC nach 1958 an Bedeutung. Mit der Umbenennung der OEEC in Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) endet die Darstellung. Der Autor bietet vor allem eine auf die Arbeitsebene ausgerichtete Analyse einer Organisation, die bislang ein eher stiefmütterliches Dasein in der historischen Forschung fristete. Umfassend und lesenswert schildert Bührer eine Art deutsche Erfolgsgeschichte, die allerdings neben den sicherheits- wie europapolitischen Aspekten der fünfziger und sechziger Jahre verblaßte. Inhaltsübersicht: I. Internationale Zusammenarbeit seit 1918: deutsche Erfahrungen und Traditionen; II. Die Diskussion um die Einbeziehung Westdeutschlands in das European Recovery Program 1947 bis März 1948; III. Die Besatzungsmächte als "Interessenvertreter" Westdeutschlands in der OEEC April 1948 bis Oktober 1949; IV. Der instabile Partner 1949-1952; V. Wirtschaftlicher Wiederaufstieg 1952-1955; VI. Integrationspolitischer Richtungsstreit 1955-1958; VII. Auflösung oder Reform? Die Bundesrepublik und die Zukunft der OEEC 1958-1961.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.3134.34.21 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Werner Bührer: Westdeutschland in der OEEC. München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2660-westdeutschland-in-der-oeec_3488, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 3488 Rezension drucken
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