/ 11.06.2013
Worldwatch Institute
Zur Lage der Welt 2000. Prognosen für das Überleben unseres Planeten. Aus dem Englischen übersetzt von Kurt Beginnen, Judith Ihrig-Merdes, Susanne Kuhlmann-Krieg, Thomas Pfeiffer, Stefan Röhrich, Heinz Tophinke und Eva-Maria Ziege
Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2000; 324 S.; 29,90 DM; ISBN 3-596-14650-XAls 1984 das Worldwatch Institut in Washington seinen ersten Report zur ökologischen Lage der Welt herausgab, richteten sich alle Hoffnungen auf das Jahr 2000. "Damals haben wir gehofft, die Welt wäre zum Ende des Jahrtausends längst auf dem Weg in eine ökologisch nachhaltige globale Wirtschaft. Weit gefehlt." (35) Um das Problembewusstsein zu schärfen und die aktuellen ökologischen und sozialen Trends zu erfahren, ist dieser jährliche Report sehr hilfreich. Zumal seit dieser Ausgabe ein vorangestellter Beitrag der 1991 gegründeten Organisation Germanwatch zu lesen ist, der den regionalen Deutschland-Bezug zur globalen Lage herstellt.
In seinen Reports setzt das Worldwatch Institut Schwerpunkte. Diesmal werden die Fragen der Nahrungsmittelversorgung und der ökologischen "Überraschungen" (37) diskutiert. Zwar korrespondieren diese Phänomene eng mit der Klimaerwärmung und der wachsenden Erdbevölkerung, unterstreichen aber den Zusammenbruch lokaler Ökosysteme. In der Versorgung mit Nahrungsmitteln kommt der Zusammenhang zwischen Wasser (Grundwasser) und Ernährung zur Geltung. "Die sinkenden Grundwasserspiegel werden daher letzten Endes zu starken Einschränkungen in der landwirtschaftlichen Bewässerung führen. Damit droht der Nahrungsmittelproduktion ein schwerer Einbruch." (43) Unabsehbar sind auch die Folgen, die sich aus der Kombination all dieser Einflüsse ergeben. Daraus können neue ökologische Überraschungen entstehen. "Wenn zwei Probleme in Kombination auftreten, dann ist das Ergebnis möglicherweise nicht ein Doppelproblem, sondern ein Superproblem" (71). Der Bericht über die Lage der Welt ist durch seine flotte amerikanische Zuspitzung von Fakten und Thesen eine gute Orientierungshilfe für Studierende der Sozialwissenschaften, die sich schnell einlesen möchten, um nach weiteren Informationen suchen zu können.
Inhalt: Michael Baumann / Michael Windfuhr: Politische Globalisierung versus ökonomische Archipelisierung (7-33); Lester R. Brown: Herausforderungen des neuen Jahrhunderts (41-68); Chris Bright: Wenn uns die Umwelt "überrascht" (69-95); Sandra Postel: Neue Wege in der Bewässerungslandwirtschaft (96-125); Gary Gardner / Brian Halweil: Unterernährung und Überernährung (126-156); Janet N. Abramovitz / Ashley T. Mattoon: Papierrückgewinnung (157-186); Molly O'Meara: Einsatz von Informationstechnologien zum Schutz der Umwelt (187-217); Michael Renner: Arbeitsplätze schaffen, die Umwelt bewahren (218-251); Hilary French: Ökologische Globalisierung (252-279).
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 4.45 | 2.341 | 4.43
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Worldwatch Institute: Zur Lage der Welt 2000. Frankfurt a. M.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12070-zur-lage-der-welt-2000_14400, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14400
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Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
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