/ 18.06.2013
Rainer Strobl / Stefanie Würtz / Jana Klemm
Demokratische Stadtkultur als Herausforderung. Stadtgesellschaften im Umgang mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
Weinheim/München: Juventa Verlag 2003 (Konflikt- und Gewaltforschung); 276 S.; brosch., 24,50 €; ISBN 3-7799-1494-8Die Rechtsextremismusforschung hat bislang nur unzureichend handlungsrelevantes Wissen für die Praxis destilliert. Ein Grund dafür ist, so das Bielefelder Autorenteam, dass überwiegend die Täter im Blickpunkt der Untersuchungen stehen. Um diesem Missstand zu begegnen, schlagen sie eine andere Untersuchungsperspektive vor, in deren Mittelpunkt die demokratische Kultur in der Kommune steht. Sie gehen von der plausiblen These aus, dass demokratische Kultur und rechtsextremistisches Problempotenzial in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zueinander stehen. Die Sozialwissenschaftler untersuchen in der kontrastiv angelegten Studie die beiden Kleinstädte Steinfee in Thüringen und Königsforst in Brandenburg. Ihr Ziel ist es, „praxisrelevantes Wissen für eine aktions- und reaktionsfähige Stadtgesellschaft zu erarbeiten" (45). Methodisch folgen sie der qualitativen Forschungsrichtung der Grounded Theory. Dabei decken sie vielfältige Faktoren bezüglich der kommunalen Ressourcen, Deutungsschemata und Kooperationsbeziehungen auf, die für eine Stärkung der demokratischen Kultur bedeutsam sind. Angesichts der Betonung der Praxisrelevanz ist die Arbeit nicht nur für Sozialwissenschaftler, sondern auch für Politiker, Verwaltungsexperten, Pädagogen etc. interessant.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.325 | 2.37 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Rainer Strobl / Stefanie Würtz / Jana Klemm: Demokratische Stadtkultur als Herausforderung. Weinheim/München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20432-demokratische-stadtkultur-als-herausforderung_23811, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23811
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Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
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