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/ 06.06.2013
Katrin Möltgen

Politik im Neuen Steuerungsmodell. Eine qualitative Analyse zur Rolle des ehrenamtlichen Managements im Rahmen kommunaler Verwaltungsmodernisierung

Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2001 (Politica 47); 304 S.; 79,95 €; ISBN 3-8300-0380-3
Politikwiss. Diss. Münster; Gutachter: R. Frey. - Die kommunale Praxis in der Bundesrepublik Deutschland blickt inzwischen auf eine zehnjährige Erfahrung mit dem Neuen Steuerungsmodell (NSM) zurück. Obgleich sich dieses primär an betriebswirtschaftliche Kriterien orientierte Modernisierungskonzept zwar weitgehend als kommunales Leitbild durchgesetzt hat, zeichnet sich die bisherige Reformpraxis durch zahlreiche auf breiter empirischer Basis bestätigte Mängel aus. Ein zentrales Defizit liegt in der Vernachlässigung der Rolle der Politik, das zugleich den Ausgangspunkt dieser Arbeit darstellt: Durch die bisherige Umsetzung des NSM wird in erster Linie die Verwaltung gestärkt, während die Politik kaum in den Reformprozess einbezogen wird. Außerdem impliziert das NSM zwar eine neue Rolle der Politik, ist aber wenig geeignet, den "Anforderungen an kommunale Mandatsträger gerecht zu werden [...] und berücksichtigt den Prozeß der politisch-administrativen Problemverarbeitung in der Praxis nur unzureichend" (26). Auf der Basis empirischer Ergebnisse und Erkenntnisse der lokalen Politikforschung sowie eigener einschlägiger Beratungserfahrungen untersucht die Autorin Anspruch und Praxis des NSM aus der Perspektive der Politik. Im Ergebnis zeigt sich, dass das NSM "infolge mangelnder Reflexion und Analyse der politisch-administrativen Ursachen in der Praxis ein zwangsläufig defizitäres Führungskonzept" darstellt (225). Die kommunalen Akteure wären gut beraten, das NSM nicht im Sinne einer "statischen unrevidierbaren Vorgabe der Strukturen und Instrumente" zu manifestieren und sich nicht an lediglich einem Modell zu orientieren, sondern ihr Handeln darauf auszurichten, "Politik und Verwaltung zu ständiger Veränderungsbereitschaft zu befähigen und flexible, lernende Organisationen zu schaffen" (278). Möltgen stellt abschließend Beispiele für gelungene Ansätze der geforderten Neudefinition der Rollen von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft vor (Stadt Velbert, Stadt Langenfeld Rhld., Stadt Kulmbach) und skizziert mögliche Ansätze zur Weiterentwicklung der Verwaltungsreform. Inhaltsübersicht: 2. Kommunale Verwaltungsmodernisierung in der Bundesrepublik Deutschland: Rahmenbedingungen, Auslöser und zukünftige Herausforderungen; 3. Das bürokratische Steuerungssystem der deutschen Kommunalverwaltung: Grundlagen und Defizite; 4. Das Neue Steuerungsmodell als deutsche Variante des New Public Management: Grundlagen, Bausteine und Rolle der Politik; 5. Die Entwicklung des Neuen Steuerungsmodells in zehn Jahren kommunaler Praxis: Bedeutung für die Politik; 6. Das Neue Steuerungsmodell in der praktischen Umsetzung: kritische Würdigung, vorläufige Ergebnisse und erste Ansätze einer Weiterentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Politik; 7. Innovative Ansätze einer zukunftsfähigen Reform aus der nationalen Praxis: Darstellung und Bewertung.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Katrin Möltgen: Politik im Neuen Steuerungsmodell. Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8815-politik-im-neuen-steuerungsmodell_19309, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19309 Rezension drucken
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