/ 20.06.2013
Moïse Léonard Jamfa Chiadjeu
Comment comprendre la "crise" de l'Etat postcolonial en Afrique? Un essai d'explication structurelle à partir des cas de l'Angola, du Congo-Brazzaville, du Congo-Kinshasa, du Liberia et du Rwanda
Bern u. a.: Peter Lang 2005 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 515); XII, 460 S.; brosch., 68,30 €; ISBN 978-3-03910-689-9Politikwiss. Diss. Kassel; Gutachter: W. Ruf. – Jamfa Chiadjeu geht der Frage nach, wie die Unfähigkeit der Staaten des subsaharischen Afrikas, Grundfunktionen staatlicher Souveränität auszuüben, zu erklären sei. Seine These lautet, dass die Gebilde, die gegen Ende der 50er-Jahre entstanden, von Beginn an gar nicht die Möglichkeit hatten, sich zu Staaten nach westlichem Vorbild zu entwickeln. Um eine möglichst breite Streuung potenzieller Einflussfaktoren auf die Herausbildung staatlicher Souveränität zu gewährleisten, wählt er die im Titel genannten Fallbeispiele. Seine Untersuchung gliedert sich in zwei Teile. Zunächst werden die Strukturen funktionaler Abhängigkeit von westlichen Staaten betrachtet, in denen sich afrikanische Staaten seit ihrer Entstehung befinden. Im zweiten Teil des Buchs wird die fehlende Herausbildung effektiver Staatlichkeit als logische Folge der bestehenden Abhängigkeiten dargestellt. Die Herangehensweise des Autors ist stark historisch orientiert und stellt strukturelle Faktoren in den Mittelpunkt. Systematisch werden alternative Erklärungsansätze diskutiert und untersucht. Zwei Ursachen stellt Jamfa Chiadjeu als wesentlich heraus: zum einen die (fehlende) Eingliederung der afrikanischen Staaten in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen bzw. eine internationale Arbeitsteilung, die ihnen keine Möglichkeit zur Kapitalakkumulierung und Industrialisierung lässt; zum anderen die Rolle afrikanischer Eliten, die auf Gewinnmaximierung sowie Selbsterhalt als politische Klasse bedacht sind. Jamfa Chiadjeu schließt aus seinen Überlegungen, dass alle Versuche, „in Afrika wieder Staat zu machen“ zum Scheitern verurteilt sind und einzig die bessere und effektivere Verteilung von Entwicklungshilfe das Leiden der betroffenen Bevölkerungen lindern kann.
Anika Becher (ANB)
Dipl.-Sozialwissenschaftlerin, Research Fellow, Institute of African Affairs, GIGA ? German Institute of Global and Area Studies/Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien.
Rubrizierung: 2.67 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Anika Becher, Rezension zu: Moïse Léonard Jamfa Chiadjeu: Comment comprendre la "crise" de l'Etat postcolonial en Afrique? Bern u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25494-comment-comprendre-la-crise-de-letat-postcolonial-en-afrique_29568, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29568
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Dipl.-Sozialwissenschaftlerin, Research Fellow, Institute of African Affairs, GIGA ? German Institute of Global and Area Studies/Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien.
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