Skip to main content
/ 21.06.2013
Qi Zhang

Consultation within WTO Dispute Settlement: A Chinese Perspective

Bern u. a.: Peter Lang 2007 (Studien zum globalen Wirtschaftsrecht 10); XI, 326 S.; pb., 58,60 €; ISBN 978-3-03911-239-5
Der hohe Grad an „Verrechtlichung“ der Welthandelsorganisation (WTO) befremdet nicht nur Vertreter nicht-westlicher Staaten und aus Entwicklungsländern, die den eurozentrischen „Legalismus“ kritisieren. Auch im angelsächsischen Diskurs betonen Anhängerinnen der „diplomatischen Schule“, dass die Konfrontation vor Gericht zu sehr auf juristischen Siegen nach dem Buchstaben des Gesetzes basiere, statt auf diplomatischem Ausgleich und auf Kompromiss. Der Klageweg eskaliere Handelskonflikte dramatisch. Ähnlich argumentiert die Autorin der vorliegenden Studie, die eine „chinesische Perspektive“ auf Handelskonflikte verspricht. Im chinesischen Denken sei Recht sehr negativ besetzt. Es gelte gerade im Konfuzianismus als Strafe und Krisenerscheinung, nicht aber wie im Westen als emanzipatorisch und friedensstiftend. Aus der Sicht Chinas – seit 2001 Mitglied der WTO – sei daher die Konsultationsphase, die im WTO-Verfahren vor der formellen Klage liegt und auf diplomatische Streitbeilegung zielt, weitaus zentraler. Hier könne noch für einen Ausgleich gesorgt werden, der alle Seiten ihr Gesicht wahren lässt. Diese Überlegungen, die Zhang in der Einleitung ihrer Arbeit darlegt, werden leider in der Folge nicht systematisch entfaltet. Die Studie ist theoretisch und empirisch sehr breit angelegt und spricht Verhandlungstheorien, handelspolitische Fragen, Spieltheorie und auch detaillierte juristische Probleme an. Zudem enthält sie Fallstudien nicht nur zu China, sondern zu insgesamt 17 Ländern. Den Lesern werden zahlreiche Interpretationen und auch Reformvorschläge vorgestellt, jedoch bleibt der Text mangels klarer Leitfragen schwer zugänglich. Dieses Vorgehen ist sicherlich auch dadurch motiviert, dass die Konsultationsphase im WTO-Verfahren wissenschaftlich noch kaum aufgearbeitet wurde. Freilich stellt das Buch, in dem mit der Vielzahl der Themen sehr kursorisch und oft unklar umgegangen wird, damit eher einen umfassenden Problemaufriss als eine nachvollziehbare Analyse dar.
Tine Hanrieder (CTH)
M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
Rubrizierung: 4.34.43 Empfohlene Zitierweise: Tine Hanrieder, Rezension zu: Qi Zhang: Consultation within WTO Dispute Settlement: A Chinese Perspective Bern u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27564-consultation-within-wto-dispute-settlement-a-chinese-perspective_32343, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32343 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA