/ 06.06.2013
Stephan Förster
Das politische System des Kantons Schaffhausen. Akteure, Institutionen und Entscheidungsprozesse in einem Kleingliedstaat
Online-Publikation 2004 (http://sylvester.bth.rwth-aachen.de/dissertationen/2004/233/04_233.pdf); 199 S.Diss. Aachen; Gutachter: M. Schmitz, R. Rotte. - Der Autor analysiert die politischen Prozesse in dem kleinen Schweizer Kanton Schaffhausen und will damit einen Beitrag zur Föderalismusforschung sowie zur Erforschung von Kleingliedstaaten leisten. Im ersten Teil der Einzelfallstudie gibt Förster einen Überblick über die Akteure und Institutionen, die in Schaffhausen an der politischen Entscheidungsfindung beteiligt sind. Danach zeichnet er die tatsächlichen Abläufe und Einflussnahmen bei sämtlichen Entscheidungen mit Letztentscheidungsrecht des Volkes nach, die in dem Kanton in den Jahren 1989 bis 2002 getroffen wurden. Er kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem die Regierung einen deutlichen Einfluss auf die Gesetzgebung hat und bei einem hohen Anteil der Entscheidungen die entsprechenden Impulse setzt. Dem Parlament kämen dagegen in erster Linie Kontrollfunktionen zu. Zudem habe die Zustimmungsquote des Parlamentes einen deutlichen Einfluss auf die Ergebnisse des Referendums; je höher diese sei, desto wahrscheinlicher sei auch die Zustimmung der Bürger. Zum Abschluss wagt der Autor eine Übertragung seiner Ergebnisse auf die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens - „einer der kleinsten Gliedstaaten der Welt und die kleinste Region mit Gesetzgebungshoheit innerhalb der Europäischen Union“ (3).
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.5 | 2.21 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Stephan Förster: Das politische System des Kantons Schaffhausen. 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8936-das-politische-system-des-kantons-schaffhausen_26822, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 26822
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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