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/ 21.06.2013
Tamirace Fakhoury Mühlbacher

Democracy and Power-Sharing in Stormy Weather. The Case of Lebanon

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009 (VS Research); 477 S.; softc., 44,90 €; ISBN 978-3-531-16529-5
Politikwiss. Diss. Freiburg; Gutachter: T. Hanf, J. Rüland. – Erfolgreich ist die Demokratie insbesondere in homogenen Gesellschaften – eignet sie sich überhaupt für heterogene? Unter welchen Umständen kann die konkordanzdemokratische Architektur der Machtteilung in solchen Fällen stabil sein? Zur Beantwortung dieser zentralen Fragen trägt die Analyse des konfessionell fragmentierten Libanons von 1943 bis 2006 bei. Fakhoury Mühlbacher verbindet die Theorie der Konkordanzdemokratie mit derjenigen der Systemtransition und untersucht sowohl die endogenen als auch die exogenen Bedingungen, welche die Dynamik des libanesischen Systems beeinflussten. Nach einer Analyse der Entwicklung, des Bestandes und schließlich des Scheiterns der Konkordanzdemokratie im Vorkriegs-Libanon (1943-1975) wird insbesondere die Nachkriegsordnung (1990-2006) detailliert behandelt. Bis zur Eindämmung des syrischen Einflusses 2005, so die These, sei der Zedernstaat semi-autoritär regiert worden. Es werden folglich die autokratischen Züge sowie demokratischen Traditionen, die die „Pax Syriana” prägten, herausgearbeitet. Ausführlich untersucht die Autorin die Zedernrevolution mit ihrem komplexen Zusammenspiel interner und externer Faktoren, die den Übergang zu einer „low intensity democracy” (317) markiert. In den letzten beiden Kapiteln konzentriert sich Fakhoury Mühlbacher erneut auf die Konkordanzdemokratie. Zunächst werden die Elemente der Machtteilung ermittelt, welche die verschiedenen Phasen der Nachkriegsordnung des Libanons prägten. Abschließend skizziert sie den Weg zu einer stabileren demokratischen Ordnung, die letztlich die inneren Konfliktlinien des Landes überwinden und nicht konservieren würde. Mit dieser interessanten Analyse vermag die Autorin es so trotz der Schwierigkeiten, denen der Zedernstaat von innen wie von außen ausgesetzt ist, einen Weg zu einer demokratischeren Zukunft aufzuzeigen.
Johannes Jüde (JÜ)
Student, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München, Hochschule für Philosophie München.
Rubrizierung: 2.632.2 Empfohlene Zitierweise: Johannes Jüde, Rezension zu: Tamirace Fakhoury Mühlbacher: Democracy and Power-Sharing in Stormy Weather. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31833-democracy-and-power-sharing-in-stormy-weather_37953, veröffentlicht am 25.01.2010. Buch-Nr.: 37953 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA