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/ 11.06.2013
Dorothea Gräfin Razumovsky

Der Balkan. Geschichte und Politik seit Alexander dem Großen

München/Zürich: Piper 1999; 421 S.; geb., 44,- DM; ISBN 3-492-03519-1
"Es war einmal ein Christenprinz griechischen Glaubens, der lebte in der Walachei, und die Menschen nannten ihn Dracula, weil er so teuflisch schlau und grausam wie der Drache Satan war." (184) So beginnt, durchaus typisch für den Stil des Bandes, eines der 20 Kapitel, mit dem die Autorin, eine in vielen Ländern erfahrene Journalistin, den Leser von der Antike bis zur Gegenwart führt. Der Grenzen ist sie sich bewußt: "Dieses Buch kann und will nicht mehr sein als eine Einladung; die Aufforderung zu einem Spaziergang durch die Jahrhunderte, bei dem an einzelnen Stationen, bei meist längst bekannten Ereignissen und Gestalten, vorübergehend innegehalten wird, wie beim Bummel durch eine Ausstellung." (10) Dies geschieht denn auch mit vielen Geschichten und Anekdoten, mit Präferenzen und Gewichtungen, wie sie ein Fachhistoriker wohl kaum gesetzt hätte. Sympathien (etwa für die Serben) und Ablehnungen (etwa für die Rolle der EU und die Albaner) werden recht deutlich, und der politikwissenschaftliche Wert des Bandes ist dementsprechend eher gering.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.622.63 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Dorothea Gräfin Razumovsky: Der Balkan. München/Zürich: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10457-der-balkan_12364, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12364 Rezension drucken
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