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/ 05.06.2013
Valeria Heuberger / Arnold Suppan / Elisabeth Vyslonzil (Hrsg.)

Der Balkan. Friedenszone oder Pulverfaß?

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1998 (Wiener Osteuropa Studien 7); 235 S.; brosch., 69,- DM; ISBN 3-631-32532-0
Der Begriff "Balkan" trägt einen pejorativen Beigeschmack und ruft automatisch die Assoziation von Krieg, Armut und Zurückgebliebenheit hervor. Schon der Titel des vorliegenden Bandes beinhaltet die provokative Frage über die Besonderheit dieser Region: Was macht den Unterschied zwischen "Balkan" und "Südosteuropa" aus? Wo ist der Balkanraum historisch, politisch und kulturell einzuordnen und warum hat er ein so schwieriges Verhältnis zu Europa? Ist seine historische Entwicklung und Kultur so unterschiedlich, daß man vom "homo balcanicus" (73) sprechen kann? Allein schon die Beschäftigung mit diesen komplizierten Fragen, die Komponenten aus Geschichte, Kultur und Anthropologie mit einbeziehen, spricht für diesen Band. Obwohl der Ex-Jugoslawien-Konflikt im Zentrum der Untersuchung liegt, werden Aspekte der kulturellen, konfessionellen und ethnologischen Vielfalt der gesamten Region berücksichtigt. Ein internationales und interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern – Historiker, Philologen, Religionswissenschaftler, Ethnologen und Politologen –, alle Teilnehmer einer vom Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Institut initiierten Konferenz in Wien, bietet unterschiedliche Sichtweisen zu diesem Thema. Inhalt: I. Nationale, soziale, konfessionale und sprachliche Strukturen: Arnold Suppan: Konvergenz und Divergenz in der Geschichte (9-16); Peter F. Sugar: Contemporary problems in the Balkans (17-25); Richard Potz: Katholizismus, Orthodoxie und Islam (27-35). II. Traditionen in Südosteuropa: Johannes Koder: Aspekte der Wirkungsmöglichkeiten byzantinischer Traditionen auf Mentalitäten und Realitäten auf dem Balkan (37-43); Ivan Parvev: Osmanische Traditionen auf dem Balkan vom 14. bis zum 19. Jahrhundert (45-62); Klaus Roth: Ethnokulturelle Gemeinschaft der Balkanvölker: Konstrukt oder Realität? (63-78); Horst Haselsteiner: Die Politik der europäischen Großmächte (79-89). III. Konfliktzonen in Südosteuropa: Bosnien-Herzegowina: Srecko-Mato Dzaja: Multikulturalität als ästhetisches und politisches Problem (91-97); Valeria Heuberger: Krieg auf dem Balkan: Brennpunkt Bosnien-Herzegowina (99-106). Kosovo: Dardan Gashi: Kosovo: Der gordische Knoten des Balkans (107-112). Makedonien: Max Demeter Peyfuss: Gedanken zur Konfliktzone Makedonien (113-125); Stefan Troebst: Von der "Makedonischen Frage" zur "Albanischen Frage" (127-138). Kroatien: Alojz Ivanisevic: Kroatiens langer Weg nach Europa (139-182). IV. Nationalismus: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Konfliktstrategien: Peter Alter: Grundfragen des Nationalismus (183-191); Milco Lalkov: Nationalismus auf dem Balkan heute oder das Erwachen eines alten Dämons (193-208); John R. Lampe: Economic Integration versus Balkan Isolation. Southeastern Europe after the 20th Century (209-218); Wolfgang Geier: Gesellschaft und Mentalitäten (219-233).
Deliana Popova (DP)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 2.622.632.234.41 Empfohlene Zitierweise: Deliana Popova, Rezension zu: Valeria Heuberger / Arnold Suppan / Elisabeth Vyslonzil (Hrsg.): Der Balkan. Frankfurt a. M. u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7150-der-balkan_9566, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 9566 Rezension drucken
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