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/ 03.06.2013
Richard Kiessler / Frank Elbe

Der diplomatische Weg zur deutschen Einheit. Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1996; 272 S.; 17,80 DM; ISBN 3-518-39129-1
Der damalige SPIEGEL-Journalist Kiessler und der Diplomat Elbe, während der Ereignisse Büroleiter Genschers, bieten einen mit persönlichen Eindrücken versetzten Bericht über die Vorgänge von 1989/90. Die diplomatische Wende, die zur deutschen Einheit führte und gleichzeitig das Ende des Kalten Krieges bedeutete, wird von den Autoren nicht als eine Erfolgsstory präsentiert, in der alle Beteiligten genau wußten, welche nächsten Schritte sie unternehmen würden. Nachdem die in den westdeutschen Botschaften versammelten DDR-Bürger die Ausreisegenehmigung erhalten hatten, war in Bonn keineswegs deutlich vorgezeichnet, wie die besondere außenpolitische Konstellation genutzt werden könnte. Daß die Gelegenheit dennoch nicht verpaßt wurde, schreiben die Autoren den "außergewöhnlich positiven Grundbedingungen" und einer "einzigartigen Kausalkette von Ereignissen" (13) zu. Auch der "Zwei-plus-Vier"-Vertrag ist ein beachtliches "diplomatisches Meisterstück" (13): Die Autoren verweisen immer wieder auf die außenpolitischen Kontroversen, die dem Vertrag vorangingen, und veranschaulichen so, daß die deutsche Vereinigung keineswegs zwangsläufig aus dem Zusammenbruch der DDR hätte folgen müssen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.3134.21 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Richard Kiessler / Frank Elbe: Der diplomatische Weg zur deutschen Einheit. Frankfurt a. M.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2079-der-diplomatische-weg-zur-deutschen-einheit_2524, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2524 Rezension drucken
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