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/ 04.06.2013
Jens Hohensee

Der erste Ölpreisschock 1973/74. Die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der arabischen Erdölpolitik auf die Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa

Stuttgart: Franz Steiner Verlag 1996 (Historische Mitteilungen, Beiheft 17); 324 S.; kart., 128,- DM; ISBN 3-515-06859-7
Diss. Kiel. — Die autofreien Sonntage in der Bundesrepublik waren ein Nebeneffekt einer Ölpolitik der OPEC-Länder, die während des Yom-Kippur-Krieges zum ersten Mal greifen konnte, nachdem schon während des Sechstage-Krieges eine Einigung versucht wurde, aber nicht zustandekam. Hohensee kommt zu dem Schluß, daß es sich nicht um eine "Ölkrise" oder eine "Energiekrise" gehandelt habe, sondern lediglich eine "Ölpreiskrise" eingetreten sei, hervorgerufen aufgrund der Vervierfachung des Ölpreises. Der Autor arbeitet vier Fehlperzeptionen heraus: Erstens hatte die westliche Welt niemals daran geglaubt, daß die Ölwaffe zum Einsatz kommen würde; zweitens hatte die OPEC vermutet, daß die Industriestaaten dem Embargo nicht ausweichen könnten; drittens hatte die Bundesregierung geglaubt, es handele sich um eine langwierige Krise, die man u. a. mit autofreien Sonntagen und Tempolimit aushalten könnte, und schließlich glaubte viertens die breite Öffentlichkeit, die arabischen Staaten seien für die Krise allein verantwortlich zu machen. Hohensee versteht es, diesen Fehldeutungen durch eine detaillierte und vor allem überzeugende Analyse der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe auf die Spur zu kommen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.224.212.2622.632.61 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Jens Hohensee: Der erste Ölpreisschock 1973/74. Stuttgart: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3432-der-erste-oelpreisschock-197374_4529, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4529 Rezension drucken
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