/ 18.06.2013
Barbara Spinelli
Der Gebrauch der Erinnerung. Europa und das Erbe des Totalitarismus. Aus dem Italienischen von Friederike Hausmann, Petra Kaiser und Walter Kögler
München: Verlag Antje Kunstmann 2002; 440 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-88897-312-0Die italienische Journalistin Spinelli sorgt sich in diesem faktenreichen Buch darüber, dass gut ein Jahrzehnt nach dem Ende des Kommunismus die Erinnerung an die Untaten des Kommunismus langsam verblasst. Sie weist nach, dass westliche Politiker ein ums andere Mal reinem Ordnungsdenken den Vorzug vor dem Eintreten gegen den Totalitarismus gegeben haben und wirft ihnen vor, die Unmenschlichkeit des Kommunismus auch nach dem Zusammenbruch der osteuropäischen Regime schlichtweg verdrängt zu haben. Die politischen Konsequenzen daraus hält sie letztendlich für fatal, denn dadurch, dass man das Jahr 1989 nicht als Zäsur mit der Verpflichtung zur Aufarbeitung der Vergangenheit begreift, begibt man sich der Chance daraus zu lernen.
Inhalt: Einleitung: Leeres Erinnern; I. Der verlorene Sieg im Kosovo; II. Die verschwiegene Seite der Entspannungspolitik; III. Deutschland: Eine schmerzhafte Befreiung; IV. Italien: Der Pakt des Vergessens; V. Österreich: Mit der schwarzen Spinne leben; VI. Weimarer Verhältnisse in Russland; VII. Das große Fieber der Schuldbekenntnisse; VIII. Israel: Mythos um Mythos, Stein um Stein.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.25 | 2.62 | 2.4 | 2.61 | 2.63 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Barbara Spinelli: Der Gebrauch der Erinnerung. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17423-der-gebrauch-der-erinnerung_20059, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20059
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M. A., Politikwissenschaftler.
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