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/ 20.06.2013
Christoph Schneider

Der Warschauer Kniefall. Ritual, Ereignis und Erzählung

Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2006 (Historische Kulturwissenschaft 9); 331 S.; brosch., 34,- €; ISBN 978-3-89669-600-7
Der Warschauer Kniefall des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt am 7. Dezember 1970 gilt als Ikone des öffentlichen Gedächtnisses. Er wurde jedoch nach Ansicht des Autors erst zu einem solchen Symbol, nachdem das außerordentliche Ereignis von der Presse im Nachhinein in ein Geflecht narrativer Figuren eingebettet wurde, deren kultureller Ursprung hauptsächlich in der christlichen Religion zu finden ist. Die symbolische Integrationsleistung bezog der Kniefall – so eine weitere These – aus dem Bruch, den er in der rituellen Ordnung darstellte. Zentrale Ansatzpunkte der theoriegeleiteten Interpretation des performativen Aktes des Kniefalls sind für den Autor die Theorie des Symbols, des Rituals, der Narration und des Gedächtnisses. Als empirische Grundlage dient ihm die Berichterstattung in deutschen Zeitungen, und zwar neben der zeitgenössischen auch jene des Jahres 2000, als sich das Ereignis zum dreißigsten Mal jährte.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.3332.3134.21 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Christoph Schneider: Der Warschauer Kniefall. Konstanz: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25602-der-warschauer-kniefall_29698, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29698 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA