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/ 17.06.2013
Klaus Peter Zeitler

Deutschlands Rolle bei der völkerrechtlichen Anerkennung der Republik Kroatien unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Außenministers Genscher

Marburg: Tectum Verlag 2000; 355, XI S.; 25,46 €; ISBN 3-8288-8184-X
Diss. Würzburg; Gutachter: P. L. Weinacht, D. Blumenwitz. - Der Autor befasst sich mit dem Anteil der deutschen Politik an der völkerrechtlichen Anerkennung Kroatiens, die - gemeinsam mit der Sloweniens, am 16. Dezember 1991 von den EG-Staaten beschlossen wurde. Hartnäckig hält sich auch heute noch die These von der Schuld Deutschlands - und insbesondere des damaligen deutschen Außenministers Genscher -, durch diesen voreiligen diplomatischen Schritt zur Eskalation des Konfliktes im zerfallenden Jugoslawien beigetragen zu haben. Der Autor zeigt, dass eine einheitliche und mit Blick auf die beiden westlichen Republiken des ehemaligen Jugoslawiens auch effiziente Außenpolitik gerade durch die Vermittlung des deutschen Außenministers zustande gekommen ist. Insbesondere Frankreich und England waren bis 1991 Protagonisten einer gesamtjugoslawischen Restaurationspolitik. Der Autor untersucht die bestimmenden Faktoren für die Haltung Deutschlands im Jugoslawienkonflikt und widmet sich sehr ausführlich der Rolle Genschers. Er hält dabei fest, dass "eine sofortige, konsequente Anwendung der zur Verfügung stehenden Mittel [...] eine Eskalation von Konflikten in einem frühen Stadium noch verhindern [kann]" (329). Dieses Fazit gewinnt heute vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den beiden jugoslawischen Teilrepubliken Serbien und Montenegro erneut Aktualität. Inhaltsübersicht: 2. Die Geschichte Jugoslawiens: I. Die einzelnen Volksstämme; II. Die religiöse Zugehörigkeit; III. Einheitsbestrebungen; IV. Die Zeit des SHS-Staates und des Zweiten Weltkrieges; V. Die Entwicklung seit 1945; VI. Die Serben - Betrachtungen über deren Selbstverständnis und deren Konflikte mit anderen Nationen. 3. Die Politik der Internationalen Staatengemeinschaft gegenüber Jugoslawien: I. Politische Leitlinien und rechtlicher Rahmen der internationalen Politik unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses Deutschlands zu Jugoslawien; II. Möglichkeiten der Staatengemeinschaft zur Konfliktregulierung und deren Anwendung im Jugoslawienkonflikt; III. Beziehungen ausgewählter Länder zu Jugoslawien unter Beachtung ihres Verhältnisses zu Deutschland; IV. Multilaterale und supranationale Akteurssysteme. 4. Die deutsche Jugoslawienpolitik: I. Die Rolle Deutschlands bei der Sezession Sloweniens und Kroatiens; II. Meinungsbildungsprozess zum Konflikt in Jugoslawien in der Regierung sowie im Deutschen Bundestag; III. Die öffentliche Meinung in Deutschland. 5. Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher: I. Das politologische Dreieck und die Person als vierte Dimension; II. Wichtige persönliche Stationen und politische Ereignisse im Leben Hans-Dietrich Genschers; III. Merkmale der politischen Person Hans-Dietrich Genscher; IV. Individuell zurechenbare Einflüsse des Politikers Hans-Dietrich Genscher im Anerkennungsprozess gegenüber Kroatien.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.212.252.624.41 Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Klaus Peter Zeitler: Deutschlands Rolle bei der völkerrechtlichen Anerkennung der Republik Kroatien unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Außenministers Genscher Marburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15261-deutschlands-rolle-bei-der-voelkerrechtlichen-anerkennung-der-republik-kroatien-unter-besonderer-beruecksichtigung-des-deutschen-aussenministers-genscher_17349, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17349 Rezension drucken
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