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/ 18.06.2013

Die amerikanische Geldaristokratie

Kevin Phillips

Die amerikanische Geldaristokratie. Eine politische Geschichte des Reichtums in den USA. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003 (Schriftenreihe der Hans- und Traute-Matthöfer-Stiftung "Frankfurter Beiträge zu Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" 9); 476 S.; geb., 29,90 €; ISBN 3-593-37312-2
Die USA als „Plutokratie" (11) zu bezeichnen, ist aufgrund der von Phillips dargestellten Interdependenzen von Politik und Kapital zwar treffend, aber doch auch ein wenig zu überspitzt. Die Provokation als Anregung zum Nachdenken setzt Phillips durchdacht ein. Seine Schilderungen sind sowohl von politikwissenschaftlichem Interesse als auch für diejenigen geeignet, die sich ohne großen Anspruch auf Tiefgang mit der ökonomischen Situation in den USA und dem speziellen Aspekt der Verteilung von Res...
Kevin Phillips

Die amerikanische Geldaristokratie. Eine politische Geschichte des Reichtums in den USA. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003 (Schriftenreihe der Hans- und Traute-Matthöfer-Stiftung "Frankfurter Beiträge zu Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" 9); 476 S.; geb., 29,90 €; ISBN 3-593-37312-2
Die USA als „Plutokratie" (11) zu bezeichnen, ist aufgrund der von Phillips dargestellten Interdependenzen von Politik und Kapital zwar treffend, aber doch auch ein wenig zu überspitzt. Die Provokation als Anregung zum Nachdenken setzt Phillips durchdacht ein. Seine Schilderungen sind sowohl von politikwissenschaftlichem Interesse als auch für diejenigen geeignet, die sich ohne großen Anspruch auf Tiefgang mit der ökonomischen Situation in den USA und dem speziellen Aspekt der Verteilung von Ressourcen auseinander setzen wollen. Die Grundlage des heutigen Amerikas seien die Handlungen „industrieller Raubritter" (29) in der Vergangenheit. Die auf den Boom der Fünfzigerjahre folgenden Epochen der Geschichte bezeichnet Phillips beispielsweise als „Jahrzehnt der Gier" (126) oder „Plutografie des Millenniums" (146). Die Entwicklung der Vermögensverteilung und der industrielle Boom der Nachkriegszeit dienten im Wesentlichen nur den großen kapitalbesitzenden Gruppen und Familien, wobei der Durchschnittsamerikaner auf der Strecke bleibe. Die Untersuchung durchzieht ein deutlich sichtbarer roter Faden, sie ist in ihrer Argumentation schlüssig, verweist jedoch wenig auf Sekundärliteratur. Die Schlussbetrachtung kennzeichnet ein feiner, aber deutlicher Unterton der Anprangerung, welcher sich gelegentlich in Ausdrücken wie „one dollar, one vote" (451) oder „Theologie des Marktes" (455) niederschlägt. In diesem Buch wird die amerikanische Version des Kapitalismus in ihrer starken Ausprägung kritisiert, wobei Vergleiche mit anderen Versionen wie der europäischen oder der asiatischen weitgehend außer Acht gelassen werden.
Peter Rötzel (PR)
Student, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und FernUniversität Hagen.
Rubrizierung: 2.642.232.24 Empfohlene Zitierweise: Peter Rötzel, Rezension zu: Kevin Phillips: Die amerikanische Geldaristokratie. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19727-die-amerikanische-geldaristokratie_22961, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22961 Rezension drucken
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