Skip to main content
/ 20.06.2013
Khurshidbek Inomjonov

Die Außenpolitik der Republik Usbekistan im Spannungsfeld von Staatsbildung und regionaler Integration

Online-Publikation 2006 (http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2655/pdf/InomjonovKhurshidbek-2005-09-26.pdf); 311 S.
Politikwiss. Diss. Gießen; Gutachter: R. Seidelmann, D. Eißel. – Mit einem Rückblick auf die Geschichte erklärt der Autor die historisch gewachsene Rückständigkeit Usbekistans, die sich zu Sowjetzeiten verfestigte. Die nationale usbekische Identität sei ein Produkt des 20. Jahrhunderts, schreibt Inomjonov, nach seiner Unabhängigkeit 1991 habe das Land innen- wie außenpolitische Ziele völlig neu formulieren müssen. Die außenpolitische Absicht, die geostrategische Bedeutung dieser Region wieder herzustellen und sich in die internationale Gemeinschaft zu integrieren, habe innenpolitisch der Stärkung einer nationalen Identität dienen sollen. Allerdings konstatiert der Autor eine deutliche Diskrepanz zwischen dem außenpolitischen Auftreten und der Innenpolitik. Während auf internationaler Bühne von Demokratie und Menschenrechte geredet werde, leide das Land unter einem autoritären Präsidialsystem mit demokratischen Defiziten. Die Außenpolitik werde ausschließlich von der herrschenden Elite und besonders vom Präsidenten bestimmt. Diese selbstherrliche Art der Politik sei allerdings bereits an Grenzen gestoßen, so Inomjonov. Die mit den USA vereinbarte strategische Partnerschaft habe aufgrund der usbekischen Demokratiedefizite schnell wieder an Bedeutung verloren. Der Autor entwickelt konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Beziehungen zu anderen Staaten. Dabei geht er von der Annahme aus, dass Usbekistan aufgrund der mangelhaften Transformation seit 1991 ein „potenzieller Herd der Unsicherheit“ ist. Die wichtigste Voraussetzung für eine bessere Außenpolitik wäre allerdings, dass sie vom Parlament und der Öffentlichkeit kontrolliert würde.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.222.682.212.2 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Khurshidbek Inomjonov: Die Außenpolitik der Republik Usbekistan im Spannungsfeld von Staatsbildung und regionaler Integration 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25960-die-aussenpolitik-der-republik-usbekistan-im-spannungsfeld-von-staatsbildung-und-regionaler-integration_30183, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30183 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA