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/ 21.06.2013
Al Imfeld

Die Entwicklung

Marburg: Metropolis-Verlag 2008 (Die Gesellschaft, Neue Folge 3); 156 S.; 19,80 €; ISBN 978-3-89518-652-3
Imfeld ist Weltbürger und Journalist, er arbeitete mit Martin Luther King zusammen, war als Sonderkorrespondent in Vietnam tätig und lebt heute in Zürich. In diesem Buch behandelt er das Thema Entwicklung in seinen verschiedenen Facetten. Unter dem Überbegriff „ökonomisch“ charakterisiert er Entwicklung zunächst als ein vertracktes Phänomen, das lange Zeit einseitig behandelt worden sei. Selbst der Begriff der Armut ist seiner Ansicht nach so angelegt, dass er nur ökonomische Daten erfasst. Imfeld reflektiert die ungerechte Distribution des Wohlstandes in Entwicklungsländern und Industrienationen. Er betont, dass es auch in armen Ländern reiche Schichten gebe und verweist umgekehrt auf die ungerechte Wohlstandsverteilung in den Industrieländern. Er kritisiert, dass diese fortbestehe, ohne dass von Unterentwicklung geredet werde. Den einzigen Unterschied zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen sieht er darin, dass die meisten reichen Länder über ein staatliches Sozialsystem verfügten, das sie den jeweiligen Verhältnissen anpassten, um die Armen vor der totalen Verarmung zu bewahren. Des Weiteren reflektiert Imfeld über das Glück. Er spannt dabei einen großen Bogen, der von den Glücksvorstellungen der Buddhisten über die der sozialistischen Arbeiterklasse bis hin zur spezifischen Befindlichkeit potenzieller Terroristen reicht. Für ihn besteht ein tiefer Zusammenhang zwischen Glück und Entwicklung, wobei die Entwicklungshilfe einen Transfer von Glück darstelle, der aber scheitere, da die Glücksbegriffe des Nordens und des Südens sehr weit auseinander lägen. Insgesamt gesehen entwickelt Imfeld seine Argumentationslinien nur sehr bruchstückhaft und ohne begriffliche Trennschärfe. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Problemen der Welt wird so leider vermieden. Der Band ist als eine Sammelklage an den Mechanismen der internationalen Gemeinschaft zu verstehen, wobei der Schwerpunkt auf den Nord-Süd-Beziehungen liegt.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.44 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Al Imfeld: Die Entwicklung Marburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28660-die-entwicklung_33782, veröffentlicht am 16.12.2008. Buch-Nr.: 33782 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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