/ 18.06.2013
Heinrich P. Kelz (Hrsg.)
Die sprachliche Zukunft Europas. Mehrsprachigkeit und Sprachenpolitik
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002 (Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung 58); 283 S.; geb., 55,- €; ISBN 3-7890-7951-0Die Beiträge gehen zurück auf zwei Ringvorlesungen des Sprachlernzentrums der Universität Bonn im Jahr 2001 anlässlich des europäischen Jahres der Sprachen. Sprach-, Kultur- und Kommunikationswissenschaftler aus verschiedenen europäischen Universitäten entwickeln und diskutieren mögliche Modelle zur Erhaltung der Vielsprachigkeit Europas. Schwerpunkte sind einerseits die Herausforderung, die sich durch die EU-Osterweiterung und die damit einhergehende Zunahme der Sprachenvielfalt, die Vervielfachung der Sprachenkombinationen innerhalb der EU und den folglich kaum noch institutionell und finanziell zu bewältigenden Übersetzungsleistungen ergeben. Andererseits werden Erfahrungen verschiedener Länder im Umgang mit Mehrsprachigkeit vorgestellt, die zur Orientierung für die Lösung des Sprachenproblems bei der europäischen Integration dienen können. Aus sprachpädagogischer Sicht werden konkrete Politikempfehlungen formuliert, um durch gezielte bildungspolitische Maßnahmen die kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit innerhalb der Union zu bewahren und zu fördern.
Inhalt: Heinrich P. Kelz: Einführung: Europäische Mehrsprachigkeit - Modelle und Perspektiven (7-15). I. Europäische Sprachenpolitik und die Stellung der Sprachen: Ulrich Ammon: Die Stellung der deutschen Sprache in Europa und Modelle der Mehrsprachigkeit (19-35); Franz Stark: Sprache als Instrument in der Außenpolitik. Die Praxis der Bundesrepublik Deutschland (37-61); Michael Clyne: Eignet sich Englisch zur europäischen Lingua franca? (63-76); Harald Haarmann: Parameter europäischer Sprachenpolitik in der Ära der Network Society (77-93). II. Modelle und Perspektiven der Mehrsprachigkeit: Stefan Zimmer: Mehrsprachigkeit in Europa - Vergangenheit und Zukunft (97-121); Christian Schmitt: Das spanische Modell für Europa? Mehrsprachigkeit in der Iberoromania: Darstellung und Kritik eines sprachenpolitischen Programms (123-143); Diana Yankova / Irena Vassileva: Supranational Legislative Texts: a New Challenge for Translators in Europe (145-158); Wolfram Wilss: Einsprachigkeit. Zweisprachigkeit. Vielsprachigkeit. Perspektiven der internationalen Kommunikation am Beginn des 21. Jahrhunderts (159-170). III. Förderung der Mehrsprachigkeit: Georges Lüdi: Zweisprachigkeit ist nicht genug! Mehrsprachige Repertoires als Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts (173-191); Albert Raasch: Grenzregionen und die Mehrsprachigkeit (193-208); Ulrich Bliesener: Mehrsprachigkeit - bloße Utopie oder doch realistische Forderung? Mögliche Wege zu ihrer Implementierung (209-230). IV. Entwicklung von Sprachfertigkeiten und interkultureller Kompetenz: Heinrich Schlemmer: Entwicklung von Wissen und Bewusstsein sprachlicher Strukturen als Grundlage des Lernens mehrerer Sprachen (233-242); Uwe Multhaup: Ist interkulturelles Verstehen lernbar? (243-258); Liesel Hermes: Development of Intercultural Competence through Short Stories (259-273).
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 3.5 | 4.21 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Heinrich P. Kelz (Hrsg.): Die sprachliche Zukunft Europas. Baden-Baden: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17652-die-sprachliche-zukunft-europas_20339, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20339
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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