/ 05.06.2013
Hans Vorländer
Die Verfassung. Idee und Geschichte
München: C. H. Beck 1999 (C. H. Beck Wissen in der Beck'schen Reihe 2116); 127 S.; 14,80 DM; ISBN 3-406-43316-In der Einleitung des kleinen Bandes - "nicht nur zum Jubiläum des Grundgesetzes" (Buchumschlag) entstanden - liefert der Autor Funktionsbeschreibungen moderner Verfassungen. Ihre Merkmale sind ein Grundrechtskatalog und der Vorrang vor dem einfachen Gesetz. Sehr kompakt und verständlich werden in den folgenden Kapiteln die wichtigsten Entwicklungsschritte der Verfassungsgeschichte nachvollzogen, zunächst die "Verfassungen in Antike und Mittelalter" (Kapitel I) auf 21 Seiten und "Die Entstehung des modernen Konstitutionalismus" (II) in England, Nordamerika und Frankreich auf 29 Seiten. In der zweiten Hälfte folgt "Die deutsche Verfassungstradition" (III), ausgehend vom frühen Konstitutionalismus Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik, sowie "Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland" (IV) mit den entstehungs- und entwicklungsgeschichtlichen sowie inhaltlichen Grundinformationen. Nach einem Überblick über die Verfassungsdiskussion nach der Wiedervereinigung (VI) resümiert Vorländer abschließend, daß der Verfassung eine "entscheidende Bedeutung bei der Institutionalisierung einer politischen Ordnung zugewachsen" (114) ist. Sie sei "ein wichtiger Kristallisationskern der politischen und kulturellen Selbstverständigung der Gesellschaft geworden" und "steckt den kommunikativen und deliberativen Raum einer politischen Gemeinschaft ab" (114). Verfassungskonflikte betrachtet er danach als wichtige gesellschaftliche Foren für gesellschaftliche Wertekonflikte.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.32 | 2.61 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Hans Vorländer: Die Verfassung. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8636-die-verfassung_11368, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11368
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M. A., Politikwissenschaftler.
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