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/ 11.06.2013
Dalai Lama

Freiheit für Tibet. Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz. Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl

München: Diederichs 2008 (Diederichs Gelbe Reihe); 126 S.; geb., 14,95 €; ISBN 978-3-7205-3079-8
Der Band versammelt die aktuellen politischen Texte des Friedensnobelpreisträgers und geistigen Oberhauptes der Tibeter zum Tibet-Konflikt. Der Dalai Lama plädiert in ihnen für eine Aussöhnung mit China und erklärt seine Anerkennung der chinesischen Oberhoheit über Tibet unter der Bedingung, dass Tibet den Status einer autonomen Region erhalten wird. In seinen Reflexionen über Buddhismus und Demokratie stellt er eine – wenn auch sehr allgemeine – Wesensverwandtschaft her: „Die moderne Demokratie beruht auf dem Prinzip, dass alle Menschen grundsätzlich gleich sind, dass jeder also das gleiche Recht auf Leben, Freiheit und Glück besitzt. Der Buddhismus geht ebenfalls davon aus, dass jeder Mensch ein Recht auf Würde hat“ (114). Und wenn Tibet in seinen letzten Jahren der Unabhängigkeit auch ein selbstisolierter Staat war, führt der Dalai Lama aus, so habe Buddha doch die Sangha, die klösterliche Gemeinschaft, weitgehend nach demokratischen Prinzipien geformt. Zudem, so der Dalai Lama, habe Buddha sogar dazu aufgefordert seine Lehren zu kritisieren, auch dieses kommunikative Element sei in modernen Demokratien analog angelegt. In seiner Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg bezeichnet er die Europäische Union als „inspirierendes Beispiel“ (45) und fordert eine verstärkte internationale Kooperation, um zukünftig dauerhaft Gewaltfreiheit in zwischenstaatlichen Beziehungen zu garantieren.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.684.424.41 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Dalai Lama: Freiheit für Tibet. München: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9602-freiheit-fuer-tibet_35091, veröffentlicht am 21.10.2008. Buch-Nr.: 35091 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA