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/ 17.06.2013
Hans Küng (Hrsg.)

Globale Unternehmen - globales Ethos. Der globale Markt erfordert neue Standards und eine globale Rahmenordnung

Frankfurt a. M.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verlagsbereich Buch 2001; 195 S.; kart., 29,90 €; ISBN 3-89843-066-9
Die von Küng geleitete Stiftung Weltethos organisierte im März 2001 in Baden-Baden ein Symposion, das dem Ziel diente, "Einsichten in die Bedeutung der ethischen Dimension in global agierenden Unternehmen und in der Weltwirtschaft überhaupt zu gewinnen und auszutauschen" (8). Küng erhebt in seinem Eingangsreferat die (von ihm bekannte) Forderung nach einem "Weltethos": Die Globalisierungsprozesse seien gekennzeichnet von der Habgier und der Irrationalität der Akteure (siehe 18-22); dies müsse durch eine globale Rahmenordnung insbesondere für die Finanzmärkte geändert werden; eine solche Rahmenordnung setze jedoch ein entsprechendes Ethos der Akteure voraus, schließlich hänge das Funktionieren von Institutionen immer von den sie tragenden Personen ab. Für die ethischen Grundsätze dieses globalen Ethos greift Küng auf die Normen zurück, die er in früheren Werken als gemeinsamen Nenner der verschiedenen Weltreligionen herausdestilliert hat. Offen bleibt dabei, wie diese Normen inhaltlich auszufüllen sind: So bleibt z. B. die "Pflicht, Menschen menschlich zu behandeln" (34) solange trivial, wie der Begriff der Menschlichkeit nicht bestimmt wird. Bei dieser Allgemeinheit der ethischen Forderungen fiel es den übrigen Teilnehmern des Symposion leicht, keinen Konflikt zwischen Ethik und Ökonomie zu sehen. Inhalt: Hans Küng: Globale Unternehmen und globales Ethos - Provokationen zur Diskussion (11-38). A. Globalisierung erfordert globale ethische Standards: Jürgen Strube: Globale ethische Standards aus unternehmerischer Sicht (41-54); Klaus M. Leisinger: Welche Werte für unternehmerische Entscheidungsprozesse? - Rückfragen an Jürgen Strube (55-60); Hans Tietmeyer: Gestaltung von Rahmenbedingungen für globale Märkte (61-84); Hermann Sautter: Ökonomische Sachgesetze und Kreativität für ethische Lösungen im Widerspruch? - Rückfragen an Hans Tietmeyer (85-89). B. Trotz verschiedener Kulturen gemeinsame ethische Normen: Tilman Todenhöfer: Erfahrungen aus den USA und Spanien (93-100); Berthold Leibinger: Erfahrungen aus Japan (101-107); Helmut Schmidt: Erfahrungen eines Staatsmannes (109-114); Indira Gurbaxani / Johannes Frühbauer: Globale ethische Standards für globales Wirtschaften - Themen der Baden-Badener Diskussion (115-139); Hans Küng: Globale Marktwirtschaft und ethische Rahmenordnung - Rückblick und Ausblick (141-165); Graf Karl Konrad von der Groeben: Dankeswort (167-168). Dokumente: Erklärung zum Weltethos; Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten; Ein Aufruf an unsere führenden Institutionen (171-191).
Hendrik Hansen (HH)
Dr., Lehrbeauftragter, Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 4.432.2 Empfohlene Zitierweise: Hendrik Hansen, Rezension zu: Hans Küng (Hrsg.): Globale Unternehmen - globales Ethos. Frankfurt a. M.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15684-globale-unternehmen---globales-ethos_17886, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17886 Rezension drucken
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