/ 20.06.2013
Sven Rudolph
Handelbare Emissionslizenzen. Die politische Ökonomie eines umweltökonomischen Instruments in Theorie und Praxis
Marburg: Metropolis-Verlag 2005 (Hochschulschriften 90); 468 S.; 44,80 €; ISBN 3-89518-501-9Wirtschaftswiss. Diss. Kassel; Gutachter: H. Nutzinger. – Der ökonomischen Theorie zufolge sind handelbare Emissionslizenzen ökologisch effektiv und ökonomisch effizient, in der politischen Praxis sind sie aber bisher nur in wenigen Bereichen zum Einsatz gekommen. Auf der Basis der ökonomischen Theorie der Politik erklärt Rudolph, warum die politische Durchsetzung des Instruments nicht zu erwarten ist. Entgegen den aus der theoretischen Perspektive gewonnenen Ergebnissen wurde das Emissionslizenzkonzept in zwei Fällen implementiert: beim Acid Rain Program in den Vereinigten Staaten und zur Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes in der EU. Der Autor untersucht in zwei detaillierten Fallstudien die jeweiligen politischen Konstellationen, die die Einführung ermöglichten. Darauf aufbauend bietet Rudolph eine theoretische Erklärung für die politische Durchsetzbarkeit des Instruments. Dazu kombiniert er politökonomische Ansätze mit politikwissenschaftlichen Überlegungen der Politikfeldanalyse. Über die Analyse von Problemstruktur, Akteuren, systemischen und situativen Handlungsbedingungen im Politikfeld Umweltpolitik zeigt er, warum die US-amerikanische Lizenzlösung aus ökologischer Sicht als voller Erfolg angesehen werden kann, während die EU-Regelung deutliche Schwächen aufweist.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.261 | 2.64 | 5.45 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Sven Rudolph: Handelbare Emissionslizenzen. Marburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24184-handelbare-emissionslizenzen_27860, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27860
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Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
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