/ 20.06.2013
Jürgen Bellers
Joschka Fischer. Minister des Äußersten. Versuch einer Bilanz
Münster: Lit 2005; 91 S.; 5,90 €; ISBN 3-8258-8740-5Was genau die Absicht des kleinen Pamphlets ist, lässt sich nicht leicht feststellen. Der Siegener Politikwissenschaftler Bellers erhebt offenkundig nicht den Anspruch einer abgewogenen und systematischen Analyse der Außenpolitik Joschka Fischers. Schon der Titel des Bändchens lässt keinen Zweifel daran, dass hier ein – in den Augen des Autors – allzu strahlendes Bild des grünen Außenministers korrigiert werden soll. Manch erwägenswerter Gedanke wird jedoch dadurch konterkariert, dass in der Streitschrift auf eigentümliche Art und Weise bilanzierende Passagen, pointierte Kritik, beißender Spott und – nicht selten billige – Polemik miteinander verwoben sind. So erfahren wir nicht nur, dass Bellers die Substanz der Fischer’schen Außenpolitik für grotesk überschätzt hält. Das Handeln dieses „Menschenfischers“ beschränke sich allzu oft auf „Medienaußenpolitik“, bei der die Aktion ohne Ergebnis bleibe, aber in der Öffentlichkeit „überdimensional enthusiastisch pro-fischeranisch“ (8) aufgenommen werde. Bellers teilt uns eben auch mit, dass Fischers Privatleben „eher zur Kategorie Hollywood“ gehöre (1), dass die Frauen „den Dackeläugigen“ mögen (9) und dass Deutschland und die Welt noch ärmer wäre, wenn dieser „große nationale King von nebenan“ (90) nicht mehr im Amt wäre.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.21 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Jürgen Bellers: Joschka Fischer. Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24250-joschka-fischer_27947, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27947
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Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
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