/ 21.06.2013
Mathias Jopp / Peter Schlotter (Hrsg.)
Kollektive Außenpolitik – Die Europäische Union als internationaler Akteur
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007 (Europäische Schriften 86); 397 S.; brosch., 49,- €; ISBN 978-3-8329-2910-7Die EU gilt in außenpolitischen Fragen als zerstritten und schwerfällig. Diesen Eindruck hinterfragen die Autoren des Sammelbandes. Die Ergebnisse des mehrjährigen Forschungsprojekts „Regieren in der Europäischen Union“ veröffentlicht das Institut für Europäische Politik gemeinsam mit der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Zunächst untersuchen die Wissenschaftler dazu die theoretischen Ansätze sowie die vertraglichen Grundlagen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU und deren Anwendung. Den Hauptteil des Bandes bilden Fallstudien zu folgenden Themen: den Reaktionen der EU auf den internationalen Terrorismus, zum Aufbau einer militärischen Kapazität, zur Politik der EU gegenüber Russland sowie dem Balkan, zum Verhältnis der Union zu den Mittelmeeranrainern und den Ländern in der afrikanischen Region der Großen Seen. Das Ergebnis lautet: In substanziellen Fragen wie der Entscheidung zwischen Krieg und Frieden und dem Verhältnis den Großmächten gegenüber erschweren nationale Reflexe gemeinsames Handeln. Gleichzeitig zeichneten sich allerdings Fortschritte im Bereich der Erweiterungs- oder der Stabilisierungspolitik auf dem Balkan ab. Hinsichtlich der theoretischen Ansätze betonen die Herausgeber, dass die klassischen Erklärungsmuster (Intergouvernementalismus, Neofunktionalismus, Institutionalismus und Konstruktivismus) um drei bisher unterbelichtete Faktoren ergänzt werden müssten: eine Verflechtungsdynamik der unterschiedlichen EU-Politikbereiche über die Außenpolitik hinaus, die historisch gewachsene Binnenstruktur der Union sowie das parallele Agieren der Mitgliedstaaten, das letztlich in vielen Fällen sogar unterstützend wirke.
Steffen Heinzelmann (STH)
Politikwissenschaftler, M. A., Press Officer, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS) Potsdam.
Rubrizierung: 3.6 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Steffen Heinzelmann, Rezension zu: Mathias Jopp / Peter Schlotter (Hrsg.): Kollektive Außenpolitik – Die Europäische Union als internationaler Akteur Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28125-kollektive-aussenpolitik--die-europaeische-union-als-internationaler-akteur_33064, veröffentlicht am 07.03.2008.
Buch-Nr.: 33064
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Politikwissenschaftler, M. A., Press Officer, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS) Potsdam.
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