/ 17.06.2013
Elmar Rieger / Stephan Leibfried
Kultur versus Globalisierung. Sozialpolitische Theologie in Konfuzianismus und Christentum
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2004 (edition suhrkamp 2243); 262 S.; kart., 11,- €; ISBN 3-518-12243-6Westliche Sozialpolitik habe ihre Wurzeln und ihre Legitimitätsgrundlage in den Sinn- und Selbstdeutungen der westlichen Kultur und insbesondere in den christlichen Gerechtigkeits-, Erlösungs- und Heilsvorstellungen, so die zentrale These der Autoren. Damit wollen sie aufzeigen, dass Sozialpolitik keineswegs nur als Folge von Machtkonstellationen oder ökonomischen Verhältnissen gedeutet werden kann, sondern über eine eigene, kulturell-religiöse Fundierung und Legitimationsgrundlage verfügt. Diese grundlegenden kulturellen Wertungen eröffneten zudem ein kritisches Potenzial, sofern sie als Maßstab für die Beurteilung der Sozialpolitik gelten würden. Kritik sei folglich immer dann zu erwarten, wenn die Sozialpolitik nicht die zugrunde liegenden Wertvorstellungen realisiert. Diese kulturellen Implikationen und unausgesprochenen Prämissen westlicher Sozialpolitik wollen die Autoren nachzeichnen, indem sie zunächst das ganz anders geartete Verständnis von Sozialpolitik in Ostasien darstellen. Durch die Gegenüberstellung sollen die spezifischen Merkmale und Grundlagen westlicher Sozialpolitik im zweiten Teil deutlicher herausgearbeitet werden. Teile des Buches wurden bereits anderweitig veröffentlicht, den Text haben Rieger und Leibfried für diese Publikation aber erneut überarbeitet und ergänzt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.262 | 2.2 | 2.23 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Elmar Rieger / Stephan Leibfried: Kultur versus Globalisierung. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15485-kultur-versus-globalisierung_17647, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17647
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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