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/ 20.06.2013

Kulturpolitik um jeden Preis

Steffen R. Kathe

Kulturpolitik um jeden Preis. Die Geschichte des Goethe-Instituts von 1951 bis 1990

München: Martin Meidenbauer Verlag 2005; 525 S.; hardc., 59,- €; ISBN 978-3-89975-047-8
Diss. Trier. – Endlich merke „der Grieche, dass wir noch anderes zu bieten haben als Fallschirmjäger“ (47), ließ der Leiter der Zweigstelle des Goethe-Instituts auf Kreta 1963 äußerst taktlos verlauten. Überhaupt habe in der auswärtigen Kulturpolitik noch in den sechziger Jahren ein deutlicher militärischer Ton geherrscht, schreibt Kathe und liefert eine Erklärung gleich mit: Es gab durchaus personelle Kontinuitäten nicht nur zur Weimarer Republik, sondern auch zum Dritten Reic...
Steffen R. Kathe

Kulturpolitik um jeden Preis. Die Geschichte des Goethe-Instituts von 1951 bis 1990

München: Martin Meidenbauer Verlag 2005; 525 S.; hardc., 59,- €; ISBN 978-3-89975-047-8
Diss. Trier. – Endlich merke „der Grieche, dass wir noch anderes zu bieten haben als Fallschirmjäger“ (47), ließ der Leiter der Zweigstelle des Goethe-Instituts auf Kreta 1963 äußerst taktlos verlauten. Überhaupt habe in der auswärtigen Kulturpolitik noch in den sechziger Jahren ein deutlicher militärischer Ton geherrscht, schreibt Kathe und liefert eine Erklärung gleich mit: Es gab durchaus personelle Kontinuitäten nicht nur zur Weimarer Republik, sondern auch zum Dritten Reich. Auf jeden Fall aber hatte es sich das 1951 in München als Verein gegründete Institut zur Aufgabe gemacht, das deutsche Ansehen im Ausland wieder aufzupolieren. Die Geschichte des Instituts als Protagonisten der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik erzählt der Autor chronologisch vor allem als Geschichte der Führungsspitze. Dort seien alle wichtigen Entscheidungen getroffen worden. Neben den Institutsmitarbeitern habe es allerdings auch noch andere Akteure gegeben: Journalisten und vor allem die Ministerialbeamten des Auswärtigen Amtes, denen im so genannten Leistungsvertrag 1969 umfassende Mitspracherechte eingeräumt worden seien. Auch alle finanziellen Belange seien von ihnen abzusegnen gewesen. „Strukturell war eine Unabhängigkeit des Goethe-Instituts kaum noch gegeben.“ (215) Dass die deutsche Kultur via Goethe-Institut überhaupt ins Ausland transportiert werden konnte, schreibt der Autor aber weniger dessen Strukturen und Ausstattung zu, sondern dem Engagement der einzelnen Mitarbeiter. Eine der selbst gestellten Hauptaufgaben sei es gewesen, die deutsche Sprache zu verbreiten – ein Erfolg sei allerdings nicht messbar und wohl insgesamt eher ideeller Natur.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.21 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Steffen R. Kathe: Kulturpolitik um jeden Preis. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25745-kulturpolitik-um-jeden-preis_29885, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29885 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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