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/ 17.06.2013

Lexikon der populären Amerikabilder

Werner Kremp / Wolfgang Tönnesmann (Hrsg.)

Lexikon der populären Amerikabilder

Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier 2008 (Atlantische Texte 30); 199 S.; kart., 20,- €; ISBN 978-3-86821-104-7
Die USA haben Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihre Rolle als Besatzer, Schutzmacht und Vorbild geprägt. Gleichzeitig haben deutsche Einwanderer – immer noch die größte Volksgruppe in den USA – ihre Spuren in der US-Kultur hinterlassen. Diese außerordentlich enge Verbindung zwischen beiden Ländern hat auch das Alltagswissen der Deutschen beeinflusst und über Jahre und Jahrzehnte viele Bilder im kollektiven Gedächtnis verankert. Diese Vorstellungen nehmen Kremp und Tönnesm...
Werner Kremp / Wolfgang Tönnesmann (Hrsg.)

Lexikon der populären Amerikabilder

Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier 2008 (Atlantische Texte 30); 199 S.; kart., 20,- €; ISBN 978-3-86821-104-7
Die USA haben Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihre Rolle als Besatzer, Schutzmacht und Vorbild geprägt. Gleichzeitig haben deutsche Einwanderer – immer noch die größte Volksgruppe in den USA – ihre Spuren in der US-Kultur hinterlassen. Diese außerordentlich enge Verbindung zwischen beiden Ländern hat auch das Alltagswissen der Deutschen beeinflusst und über Jahre und Jahrzehnte viele Bilder im kollektiven Gedächtnis verankert. Diese Vorstellungen nehmen Kremp und Tönnesmann mit dem „Lexikon der populären Amerikabilder“ unter die Lupe. Unter Stichworten wie „Tellerwäscher“, „Kreuzzugsmentalität“ oder „Deutsche Sprache in den USA“ stellen die insgesamt zweiundzwanzig Autoren diese Vorstellungen über die Vereinigten Staaten in kurzen Artikeln differenziert und präzise dar, teils korrigieren sie auch alte Legenden und zeigen deren Herkunft. Beispielhaft ist der oben genannte Artikel zur deutschen Sprache: Hier räumt Kremp mit dem alten Vorurteil auf, Deutsch wäre „um ein Haar“ (22) offizielle Landessprache der USA geworden. Aber nicht nur das: Er zeigt auch, wie aus der Ende des 18. Jahrhunderts geführten Debatte um die Veröffentlichung einiger Gesetze in deutscher Sprache die Legende von der knapp verlorenen Abstimmung entstand. Heute spielt die deutsche Sprache trotz des hohen Anteils von Bürgern mit deutschen Vorfahren in den USA nur noch eine Nebenrolle, eine Folge der antideutschen Haltung im Ersten Weltkrieg, die viele Amerikaner deutscher Herkunft dazu brachte, ihre Identität zu verschleiern. Auch andere Artikel lesen sich hervorragend, wie zum Beispiel Bernd Greiners Kurzaufsatz zum „militärisch-industriellen Komplex“ („MIK“). Sein Vergnügen, hier gleichzeitig der „Internationalen der Verschwörungstheoretiker“ den Wind aus den Segeln zu nehmen und trotzdem kritisch zu hinterfragen, ob die nach Dwight D. Eisenhower „ungerechtfertigte Einflussnahme“ durch den „MIK“ eine Gefahr für das „demokratische Gemeinwesen“ (102) sei, steht stellvertretend für das Lesevergnügen, das der Band jedem USA-Interessierten bereiten wird.
Magnus-Sebastian Kutz (MSK)
Dr. phil., Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.642.232.35 Empfohlene Zitierweise: Magnus-Sebastian Kutz, Rezension zu: Werner Kremp / Wolfgang Tönnesmann (Hrsg.): Lexikon der populären Amerikabilder Trier: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14817-lexikon-der-populaeren-amerikabilder_36040, veröffentlicht am 24.03.2009. Buch-Nr.: 36040 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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