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/ 17.06.2013
Reinhard Müller

Menschenfalle Moskau. Exil und stalinistische Verfolgung

Hamburg: Hamburger Edition 2001; 501 S.; geb., 35,- €; ISBN 3-930908-71-9
Im Jahre 1935 konstruierte Stalins Geheimpolizei NKWD eine "konterrevolutionäre, terroristisch-trotzkistische Organisation" um Erich Wollenberg und Max Hoelz, der man in Moskau 70 deutsche Emigranten zurechnete. Oppositionelle wie linientreue KPD-Funktionäre, u. a. Kreszentia Mühsam, die Brecht-Schauspielerin Carola Neher oder Werner Hirsch, der frühere Chefredakteur der "Roten Fahne", gerieten in das Visier der Parteiinstanzen, wurden denunziert, verhaftet, gefoltert, in den GULag geschickt oder erschossen. Müller hat anhand der Moskauer "Kaderakten" und der Untersuchungsakten des NKWD das Schicksal dieser Menschen, die im Exil in die "Menschenfalle" gerieten, rekonstruiert. Er ermöglicht damit einen bedrückenden Einblick in die Strukturen der verflochtenen Verfolgungsbürokratien von NKWD, Kommunistischer Internationale sowie KPD und enthüllt die Funktionsweise des stalinistischen Terrors.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.622.25 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Reinhard Müller: Menschenfalle Moskau. Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15725-menschenfalle-moskau_17936, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17936 Rezension drucken
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