/ 05.06.2013
Daniel Haas
Mit Sozialklauseln gegen Kinderarbeit? Das Beispiel der indischen Teppichproduktion
Münster: Lit 1998 (Berliner Studien zur Internationalen Politik 4); 141 S.; brosch., 39,80 DM; ISBN 3-8258-3583-9Der Zwang, Kinder zur Arbeit zu schicken, ist in den Entwicklungsländern ein augenfälliger Ausdruck des sozialen und ökonomischen Drucks, der auf den dortigen Gesellschaften lastet. Der Autor untersucht, ob Sozialklauseln in internationalen Handelsverträgen Kinderarbeit in den Entwicklungsländern eindämmen könnten. Haas greift dabei auf umfangreiches empirisches Material zurück, das er unter anderem in einem sechsmonatigen Aufenthalt in Indien sammeln konnte. Am Schluß der Untersuchung wird deutlich, daß es für die Eindämmung von Kinderarbeit kein Allheilmittel gibt. Die Verknüpfung des Zugangs zu internationalen Märkten mit dem Einhalten sozialer Mindeststandards bietet zwar gewisse Chancen, wirft aber gleichzeitig eine Reihe praktischer Probleme auf. Warenzeichen-Systeme, wie Rugmark, sind zweifelsohne auch ein wichtiges Mittel zum Zurückdrängen von Kinderarbeit. Solange der Globalisierungsdruck allerdings zunimmt, werden die daraus entstehenden sozialen Verwerfungen immer wieder neue Kinderarbeit entstehen lassen. "Der globale ökologische und soziale Kahlschlag sind Symptome eines Krankheitsbildes, das durch schrankenlosen Konkurrenzwettlauf hervorgerufen wird und dem selbst eine funktionstüchtige Sozialklausel letztlich nur Linderung, aber kaum Heilung bringen kann." (128)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.43 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Daniel Haas: Mit Sozialklauseln gegen Kinderarbeit? Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7797-mit-sozialklauseln-gegen-kinderarbeit_10343, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10343
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M. A., Politikwissenschaftler.
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