/ 21.06.2013
Eckhard Jesse / Eberhard Sandschneider (Hrsg.)
Neues Deutschland. Eine Bilanz der deutschen Wiedervereinigung
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft [DGfP] 24); 177 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8329-3197-1Die Frage, ob das wiedervereinigte Deutschland eine neue oder eine erweiterte Republik darstellt, ist – trotz der durchaus verbreiteten Rede von der „Berliner Republik“ – auch nach siebzehn Jahren Einigungsgeschichte nicht eindeutig zu beantworten. Dass eine Einigungsbilanz immer noch teils differenziert, teils widersprüchlich ausfällt, liegt nicht nur an der Langfristigkeit von Wirkungen auf der Makroebene und dem jeweils betrachteten Politikfeld – in der Beurteilung machen sich stets auch politische Präferenzen bemerkbar. Das zeigt die Diskussion der im Herbst 2005 in Tutzing durchgeführten 23. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP), übrigens nach 1992 das zweite Mal, dass die DGfP dieses Thema aufgegriffen hat. Die Autoren befassen sich mit dem Stand der politischen Kultur in West- und Ostdeutschland, Entwicklungen im Parteiensystem wie im Föderalismus und schließlich mit Tendenzen der Außen- und Europapolitik. Insgesamt unterstreichen die Analysen: 1989 war eine Zäsur, aber im „neuen Deutschland“ überlagern sich teils strukturelle Veränderungen vor allem im ökonomischen und sozialpolitischen Bereich, die schon in der alten Bundesrepublik zu beobachten waren, teils Folgen eines von Ost- auf Westdeutschland übergreifenden Transformationsprozesses, hier vor allem in der politischen Kultur und im Parteienwettbewerb. Demgegenüber sind die Entwicklungen in der Außen- und Europapolitik sehr stark von eigenständigen Rahmenbedingungen abhängig – der Neuausrichtung der Sicherheitspolitik nach 1990 einerseits, der Fortschritte im europäischen Integrationsprozess andererseits.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3 | 2.315 | 2.331 | 2.325 | 2.35 | 4.21 | 3.7
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Eckhard Jesse / Eberhard Sandschneider (Hrsg.): Neues Deutschland. Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28779-neues-deutschland_33953, veröffentlicht am 09.04.2008.
Buch-Nr.: 33953
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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