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/ 12.06.2013
Jean Hatzfeld

Nur das nackte Leben. Berichte aus den Sümpfen Ruandas. Aus dem Französischen von Karl-Udo Bigott

Gießen: Haland & Wirth im Psychosozial-Verlag 2004; 251 S.; 19,90 €; ISBN 3-89806-933-8
Das Buch enthält insgesamt 14 Berichte von Überlebenden, die dem Massenmord der Hutu an den Tutsi im Jahr 1994 in Ruanda entkommen konnten. Der Journalist Hatzfeld beschränkte sich bei der Auswahl der Interviewpartner auf Personen aus der südlich von der Hauptstadt Kigali gelegenen Kleinstadt Nyamata, in der innerhalb von etwa einem Monat rund 50.000 Menschen und damit der größte Teil der Tutsi-Bevölkerung ermordet wurden. Die Überlebenden berichten in eindringlichen Bildern über ihre oft erschütternden Erlebnisse und machen darüber hinaus deutlich, dass dieser Völkermord eine systematisch geplante und präzise ausgeführte Aktion war, bei der vorher friedliche Nachbarn und Bekannte zu bestialischen Mördern wurden. In Einleitung und Nachwort wird auf die psychischen Auswirkungen dieser Erlebnisse eingegangen und auf die auch bei Holocaust-Opfern beobachtete Tendenz der Opfer, über ihre Erlebnisse zu schweigen. Karten und eine knappe Chronik der Ereignisse ergänzen die Darstellung.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.672.25 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Jean Hatzfeld: Nur das nackte Leben. Gießen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14299-nur-das-nackte-leben_27554, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27554 Rezension drucken
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