/ 04.06.2013
Eberhard Beckherrn / Alexej Dubatow
Öl im kaukasischen Feuer
Bonn: Bouvier Verlag 1997; 229 S.; geb., 39,80 DM; ISBN 3-416-02709-4Der Kaukasus gehört zu den Weltregionen, die immer nur dann ins öffentliche Bewußtsein treten, wenn wieder einmal ein kriegerischer Konflikt ausgebrochen ist. Die wechselvolle Geschichte dieses von vielen Völkern besiedelten Raums ist allerdings den Wenigsten bekannt. Die beiden Autoren, ein ehemaliger Redakteur der dpa und ein heutiger Mitarbeiter der Agentur, schildern in ihrem ohne wissenschaftlichen Jargon geschriebenen Buch, wie der Kaukasus seit 200 Jahren, als die russische Eroberung begann, immer wieder zum Spielball auswärtiger Mächte wurde. Seit dem Ersten Weltkrieg spielten die immensen Erdölvorräte der Region bei diesen Konflikten eine immer größere Rolle. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich die großen Erdölkonzerne des Westens stark im Kaukasus engagiert und ihn damit auch zum Interessengebiet westlicher Staaten gemacht. Gleichzeitig bleibt auch Rußland in der Region präsent und ist sogar - wie der Krieg in Tschetschenien gezeigt hat - zu einem militärischen Eingreifen bereit, um seinen Einfluß zu sichern. Das Buch bietet sehr viel Faktenwissen, gepaart mit journalistischen Reportageelementen. Sein eigentlicher Gegenstand ist die konfliktreiche Geschichte des Kaukasus. Das Thema Öl wird erst im letzten Teil näher beleuchtet.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.62 | 4.42 | 4.41 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Eberhard Beckherrn / Alexej Dubatow: Öl im kaukasischen Feuer Bonn: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5011-oel-im-kaukasischen-feuer_6609, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6609
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M. A., Politikwissenschaftler.
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