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/ 17.06.2013
Hubert Kiesewetter

Region und Industrie in Europa 1815-1995

Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2000 (Grundzüge der modernen Wirtschaftsgeschichte 2); 224 S.; kart., 16,- €; ISBN 3-515-06781-7
Gegen den Trend zur Betonung bzw. Überbetonung der Globalisierungsprozesse setzt der Autor die These, dass auch heute noch Regionen (im Sinne von räumlichen Teileinheiten von Nationalstaaten) eine entscheidende Rolle dabei spielen, den materiellen Wohlstand zu fördern. Er weist dies anhand einer in erster Linie wirtschaftshistorischen Untersuchung von Industrieregionen im 19. und 20. Jahrhundert nach. Mehr als eine Einführung in die komplexe Problematik beabsichtigt er jedoch ausdrücklich nicht. Das Buch enthält deshalb auch ausführliche Reflexionen über theoretische Probleme der Regionalforschung, die eher Wirtschaftshistoriker als Politikwissenschaftler interessieren dürften. Kiesewetters Fazit hat jedoch durchaus auch politikwissenschaftlich interessante Implikationen: Er kommt zu dem Schluss, dass das Subsidiaritätsprinzip mit konkreten Inhalten gefüllt werden muss und eine klare institutionelle Gewaltenteilung zwischen nationalen und regionalen Ebenen notwendig ist. Auch für die europäische Entwicklung sind die Regionen seiner Meinung nach entscheidende Faktoren. Er schließt deshalb mit einem warnenden Hinweis: "Europas kulturelle, politische und ökonomische Größe ist durch die Vielfalt der Regionen entstanden; jede zentralistische Maßnahme birgt die Gefahr, diese produktive und dynamische Vielfalt zu zerstören." (196)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.452.612.62 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Hubert Kiesewetter: Region und Industrie in Europa 1815-1995 Stuttgart: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15541-region-und-industrie-in-europa-1815-1995_17712, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17712 Rezension drucken
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