/ 05.06.2013
Eva-Clarita Onken
Revisionismus schon vor der Geschichte. Aktuelle Kontroversen in Lettland um die Judenvernichtung und die lettische Kollaboration während der nationalsozialistischen Besatzung
Köln: Wissenschaft und Politik 1998 (Galut Nordost Sonderheft 1); 134 S.; brosch., 24,- DM; ISBN 3-8046-8848-9Den Umgang mit der eigenen Geschichte betrachtet die Autorin als "Indikator" für den "schwierigen gesellschaftlichen Demokratisierungsprozeß" (9) in Lettland, Vergangenheitsbewältigung als seine Voraussetzung. Dabei ist der Umgang mit der sowjetischen und der deutschen Besetzung 1940, 1941 und 1944 von besonderer Bedeutung für die lettische Identität. Deshalb untersucht die Autorin, wie diese Ereignisse in der historischen Forschung Lettlands zwischen 1988 und 1996 dargestellt werden und zeichnet nach, in welcher Weise sich die neuere Forschung mit den zu Propagandazwecken mißbrauchten Ergebnissen der vorherigen Geschichtsschreibung auseinandersetzt. In die Analyse einbezogen wurden dabei nicht nur wissenschaftliche Fachzeitschriften, sondern auch Artikel der Tagespresse, weil auch in diesen Medien wissenschaftlich publiziert worden ist.
Aus dem Inhalt: II. Die Geschichtswissenschaft und ihre Vertreter im postsozialistischen Lettland; III. Der wissenschaftliche Diskurs um Judenvernichtung und Kollaboration; IV. Die "deutschen Zeiten" im Bewußtsein der lettischen Öffentlichkeit.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.62
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Eva-Clarita Onken: Revisionismus schon vor der Geschichte. Köln: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8522-revisionismus-schon-vor-der-geschichte_11223, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11223
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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