/ 18.06.2013
Klaus J. Stöhlker
Schweiz im Blindflug. Das Ende der letzten Staatsutopie
Zürich: Orell Füssli 2002; 147 S.; geb., 24,- €; ISBN 3-280-05005-7Sollte sich wirklich jemand im Blindflug befinden, dann der Autor. Der Unternehmensberater wendet bei seinem Streifzug quer durch die politische Landschaft der Schweiz alles ins Negative, egal ob den Bauboom oder das gemeinnützige Engagement der Bürger. Jede Entwicklung ist für Stöhlker ein Zeichen für den wirtschaftlichen und politischen Niedergang der Schweiz. Dabei stellt er unhaltbare Behauptungen auf, zum Beispiel, dass die Vergangenheit ein Tabu-Thema sei. Der Schlussbericht der unabhängigen Expertenkommission zum Zweiten Weltkrieg wird von ihm einfach ignoriert. Auf geradezu gelungene Art oberflächlich sind Stöhlkers "Analysen" der Parteien - anderthalb Seiten pro Partei reichen ihm aus. Es überrascht dabei nicht mehr, dass aber auch kein Politiker Gnade vor seinen Augen findet. Zur Rettung der Schweiz schlägt Stöhlker unter anderem eine "Praxis des Masshaltens" (146) vor. Die sollte er beim Schreiben auch besser beherzigen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.5
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Klaus J. Stöhlker: Schweiz im Blindflug. Zürich: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17607-schweiz-im-blindflug_20289, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20289
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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