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/ 22.06.2013
Carolin Zeller

Self-Regulation and Labour Standards. An Exemplary Study Investigating the Emergence and Strengthening of Self-Regulation Regimes in the Apparel Industry

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2012; 261 S.; geb., 44,80 €; ISBN 978-3-631-62433-3
Diss. Potsdam; Begutachtung: O. Keck, A. Liese. – Sind gesetzliche Bestimmungen erforderlich, um Arbeitsstandards zu verbessern oder reichen die Selbstregulierungsvereinbarungen von Unternehmen? Carolin Zeller untersucht diese Frage am Beispiel der Bekleidungsindustrie. In einem ersten Teil werden dazu unterschiedliche theoretische Überlegungen angestellt und Hypothesen entwickelt. Im zweiten Abschnitt überführt Zeller diese Überlegungen in eine empirische Analyse, die sie auf der Grundlage von Interviews mit Verantwortlichen von Unternehmen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen durchführt. Zeller zeigt auf, dass zwei Faktoren dazu führen, dass sich kollektive Selbstregulierungsregime in den 1990er‑Jahren entwickelt und verbreitet haben: Erstens war der von NGOs ausgeübte öffentliche Druck zentral und zweitens entfaltete der staatliche Regulierungsdruck auf die Unternehmen eine ausschlaggebende Wirkung. Allerdings stellt die Autorin eine zunehmende Stagnation in der Weiterentwicklung der kollektiven Selbstregulierungsregime in den vergangenen Jahren fest. Wiederum führt sie dies auf die genannten zwei Faktoren zurück, da sowohl der öffentliche Druck von NGOs nachgelassen als auch die Wahrnehmung staatlichen Drucks auf die Unternehmen abgenommen habe. Zeller kommt aufgrund dieser Ergebnisse zu dem Schluss, dass Selbstregulierungsregime in der Bekleidungsindustrie nicht ausreichen, um eine qualitative Weiterentwicklung der Arbeitsstandards sicherzustellen. Freiwillige Initiativen der Unternehmen müssten daher ergänzt werden durch staatlichen Druck und Gesetze. Zudem seien diese insofern vorteilhaft, als sie für alle Unternehmen gelten und vom Staat sowohl im formellen als auch im informellen Arbeitssektor durchgesetzt werden könnten. Für bessere Arbeitsbedingungen sei also ein Mehr an Staat und ein Weniger an Markt nötig. Darüber hinaus wäre eine Zusammenarbeit der Staaten mit der Internationalen Arbeitsorganisation hilfreich, deren Ressourcen und Regularien gerade auch für Entwicklungsländer nützlich sein könnten.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.434.32.22 Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Carolin Zeller: Self-Regulation and Labour Standards. Frankfurt a. M. u. a.: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35703-self-regulation-and-labour-standards_43114, veröffentlicht am 28.02.2013. Buch-Nr.: 43114 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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