/ 21.06.2013
Wolfgang Petritsch / Goran Svilanović / Christophe Solioz (Hrsg.)
Serbia Matters: Domestic Reforms and European Integration
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009 (Southeast European Integration Perspectives 1); 225 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-4584-8Im Zentrum der Beiträge steht die gegenwärtige Bedeutung Serbiens für die EU. Die Autoren loten dabei die Relevanz eines EU-Beitritts sowohl für das Land selbst als auch für den westlichen Balkan aus. Die Herausgeber merken an, dass die EU mittlerweile zwar über die entsprechenden Instrumente, strategischen Konzepte und finanziellen Mittel verfüge, um eine EU-Mitgliedschaft des westlichen Balkans voranzutreiben, sie vermissen aber den politischen Willen dazu. Bei den Balkanstaaten selbst nehmen sie einen starken Willen zum EU-Beitritt wahr. Dieser zeige sich auch in Serbien, dessen politische Ausrichtung die Autoren als entscheidend für die Prägung der gesamten Region ansehen. Sie beschränken sich deshalb auch nicht auf die Analyse eines einfachen Warum des EU-Beitritts Serbiens, sondern erörtern darüber hinaus auch, welches Serbien für die EU von Bedeutung sein könnte. So untersucht Obrad Savić Tendenzen des gesellschaftlichen Wandels innerhalb des Landes. Er erhofft sich einen von einer alternativen kulturellen Szene ausgehenden, den Demokratisierungsprozess stützenden kulturellen Wandel. Die Autoren beleuchten auch die Wirtschaft. In Bezug auf Serbien registrieren sie eine der höchsten Wachstumsraten der Region, die allerdings durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise nach unten korrigiert werde. In der serbischen Außenpolitik nehmen sie eine abnehmende Bedeutung der USA zugunsten des wachsenden Einflusses Russlands wahr. Die Ursachen für diese Entwicklung sehen sie darin, dass die USA ihre Mission im Balkan als erfolgreich beendet ansieht, während es Russland gelang, sich mittels der Kosovo-Verhandlungen wieder politisch auf dem Balkan zu etablieren. Als Folge dieser Veränderung diagnostizieren die Autoren eine zunehmende Unberechenbarkeit des serbischen Handelns in der internationalen Politik.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.61 | 2.22 | 2.23 | 2.24 | 4.22 | 3.6
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Wolfgang Petritsch / Goran Svilanović / Christophe Solioz (Hrsg.): Serbia Matters: Domestic Reforms and European Integration Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31527-serbia-matters-domestic-reforms-and-european-integration_37536, veröffentlicht am 18.12.2009.
Buch-Nr.: 37536
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