/ 03.06.2013
Bettina Heintz / Eva Nadai / Regula Fischer / Hannes Ummel
Ungleich unter Gleichen. Studien zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1997; 272 S.; kart., 49,80 DM; ISBN 3-593-35710-0Der Band präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Studie zu mikrosozialen Ursachen und Mechanismen der geschlechtsspezifischen Aufspaltung des Arbeitsmarktes. Die Autorinnen und der Autor verstehen Geschlecht nicht als universell wirksame Kategorie, sondern gehen davon aus, daß sich Geschlechterdifferenz "je nach Kontext unterschiedlich manifestiert und auswirkt" (233). Die Studie ist systematisch vergleichend angelegt und beruht auf drei Fallstudien in den Berufsfeldern Krankenpflege, Informatik und Sachbearbeitung. Im Mittelpunkt stehen die go betweens, Frauen und Männer, die die beruflichen Grenzen überschritten haben. Gefragt wird u. a. danach, was mit ihnen "im fremden Territorium" (12) geschieht, ob Männer und Frauen mit denselben Hindernissen und Ausgrenzungen konfrontiert sind und inwiefern sich ihre Verhaltensmuster und Handlungsstrategien voneinander unterscheiden. Für die These der "Kontextabhängigkeit der Geschlechterdifferenz" konnten die Fallstudien zwar Belege liefern, machten aber auch deutlich, daß sich "bestimmte Prinzipien des Geschlechterverhältnisses unabhängig vom Kontext durchsetzen" (234). Insgesamt hat die Studie zahlreiche differenzierte und für die Weiterentwicklung der Segregationsforschung interessante Einzelergebnisse erzielt.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.27 | 2.5
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Bettina Heintz / Eva Nadai / Regula Fischer / Hannes Ummel: Ungleich unter Gleichen. Frankfurt a. M./New York: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3079-ungleich-unter-gleichen_4031, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4031
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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