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/ 18.06.2013
Christoph Messinger

Veränderungsprozesse ländlicher Haushaltsökonomien unter Einfluss der Strukturanpassungspolitik in Tansania. Versuch einer Wirkungsanalyse am Beispiel von Mukasika Village, Ukerewe District

Hamburg: Institut für Afrika-Kunde 2001 (Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde 67); XX, 299 S.; kart., 19,- €; ISBN 3-928049-79-8
Diss. Bayreuth. - Seit Mitte der 80er-Jahre herrscht in der Entwicklungspolitik das Paradigma der Strukturanpassung (SAP) vor, wonach die Vergabe von Krediten an die Verpflichtung der Entwicklungsländer gebunden ist, neoliberale Strukturreformen durchzuführen. Die Erfolge dieser in Afrika nahezu flächendeckend vorgenommenen ökonomischen Konditionierung von Entwicklungshilfe sind umstritten und haben eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Während der IWF und die Weltbank regelmäßig makroökonomische Erfolge hervorheben, verweisen Kritiker auf die mit Strukturanpassungsprogrammen einhergehende steigende Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Die im Rahmen eines interdisziplinären DFG-Projekts entstandene Arbeit leistet einen Beitrag zu dieser Diskussion um Erfolg oder Misserfolg von Strukturanpassung. An einem Beispiel, eines auf den ersten Blick als wirtschaftlich relativ erfolgreich geltenden Dorfes in Tansania, werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen globaler Strukturanpassungskonzeption von Weltbank und IWF, nationalen SAP-Maßnahmen und den lokalen Veränderungsprozessen in ländlichen Haushaltsökonomien untersucht. Der Autor formuliert eingangs drei erkenntnisleitende Forschungsinteressen: Kann das untersuchte Dorf "als Beispiel positiver Entwicklung in Zeiten der 'afrikanischen Krise' angesehen werden", kann es als Beispiel für den Erfolg von SAP herangezogen werden und "wie können die komplexen Veränderungsprozesse [...] und deren Ursachen angemessen analysiert werden?" (IV ff.) Grundlage der sehr umfangreichen und differenzierten Arbeit bildet eine 10-monatige Feldforschung aus dem Jahre 1995. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den durch SAP beeinflussten mikroökonomischen Wandel und seiner Rahmenbedingungen im Zeitraum von 1976 bis 1995. Die Arbeit verfolgt ihrem Gegenstand entsprechend einen strukturtheoretischen Ansatz, berücksichtigt aber auch handlungstheoretische Aspekte. Aus dem Inhalt: B. Mukasika - ein Beispiel positiver Entwicklung: 3. Foodcrops statt Baumwolle - der rezente Landnutzungswandel in Mukasika; 4. Der "Boom" der nicht-landwirtschaftlichen Ressourcennutzungen; 5. Die Ressourcennutzungsstrukturen der Haushalte und deren Ursachen; 6. Der "Zugang zu Ressourcen" als Einflußfaktor der Ressourcennutzungen ländlicher Haushaltsökonomien; 7. Die Vermarktungsmöglichkeiten von Produkten und Dienstleistungen ländlicher Haushaltsökonomien als Einflußfaktor von Ressourcennutzungen; 8. Hat in Mukasika ein "positiver" Wandel stattgefunden? C. Die Strukturanpassungspolitik und die Entwicklung im ländlichen Raum; D. Mukasika - ein Beispiel für den Erfolg der Strukturanpassungspolitik?; E. Mukasika - Ein Beispiel für den Einfluß von SAP-Maßnahmen auf die Veränderungsprozesse ländlicher Haushaltsökonomien.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.672.222.262 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Christoph Messinger: Veränderungsprozesse ländlicher Haushaltsökonomien unter Einfluss der Strukturanpassungspolitik in Tansania. Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17442-veraenderungsprozesse-laendlicher-haushaltsoekonomien-unter-einfluss-der-strukturanpassungspolitik-in-tansania_20078, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20078 Rezension drucken
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