/ 12.06.2013
Christina Wendt
Wiedervereinigung oder Teilung? Warum das Zypern-Problem nicht gelöst wird
Würzburg: Ergon 2007 (Bibliotheca Academica. Orientalistik 11); 338 S.; kart., 42,- €; ISBN 978-3-89913-495-7Diss. Berlin Graduate School of Social Scienes; Gutachter: P. Heine. – Wendt analysiert den Plan des UN-Generalsekretärs Kofi Annan zur Beilegung des Zypern-Konfliktes. Dieser Kompromissvorschlag sah die Schaffung einer Föderation vor. Er wurde den beiden Volksgruppen im März 2004 zur Abstimmung vorgelegt und von den griechischen Zyprioten abgelehnt. Ein wichtiger Bestandteil dieser Untersuchung ist der ethnische Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen. Auch beschäftigt sich die Autorin mit dem EU-Beitrittsgesuch der Republik Zypern. Sie fragt sowohl nach der Motivation für eine solche Bewerbung als auch nach dem Umgang der EU-Diplomaten mit dem Zypern-Problem. Obwohl am Ende der UN-Verhandlungen die Teilung der Insel nicht überwunden werden konnte, habe Annan doch erheblich dazu beigetragen, „dass das Zypern-Problem in der Öffentlichkeit nun differenzierter behandelt wird und endlich auch den türkischen Zyprioten Gehör verschafft“ (295), schreibt Wendt. Sie sieht die Verantwortung für die Lösung des Zypern-Problems nun in Brüssel. Druck für weitere Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel könne nur noch über Nordzypern ausgeübt werden: „Indem man den türkischen Zyprioten verstärkt Rechte zukommen lässt und den griechischen Zyprioten somit ihre ungeklärte Lage vor Augen führt.“ (294)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.41 | 4.3 | 2.61 | 2.63
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christina Wendt: Wiedervereinigung oder Teilung? Würzburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14341-wiedervereinigung-oder-teilung_30723, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30723
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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