/ 18.06.2013
Andrea Fischer-Tahir
"Wir gaben viele Märtyrer" Widerstand und kollektive Identitätsbildung in Irakisch-Kurdistan
Münster: Unrast 2003 (Beiträge zur Kurdologie 7); 339 S.; brosch., 24,- €; ISBN 3-89771-015-3Diss. Leipzig. - Seit Beginn der 90er-Jahre haben sich, auch bedingt durch ausländische Interventionen, verschiedene kurdische Parteien und Gruppierungen im Irak herausgebildet, die einerseits das Regime der Baath-Partei, andererseits aber auch oft die anderen Gruppierungen bekämpfen. Das Selbstverständnis, die Motive dieser Akteure und die Herausbildung von kollektiven Identitäten, aber auch die Widerstandsformen der Einzelnen rekonstruiert die Autorin anhand von biografischen Interviews mit Aktivisten. Dabei arbeitet sie heraus, dass insbesondere die Idee des Märtyrertums sowie das damit verbundene Konzept der Ehre Schlüsselbegriffe für die kollektive Identität darstellen. Die Autorin analysiert auch geschlechtsspezifische Unterschiede in den Selbstverortungen der Akteure. Methodisch ist die Arbeit eng an Konzepten der Oral History sowie der biografischen Forschung ausgerichtet, regional beschränkt sie sich auf die Gegend um Suleimaniya.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.63 | 2.25 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Andrea Fischer-Tahir: "Wir gaben viele Märtyrer" Münster: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18692-wir-gaben-viele-maertyrer_21680, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21680
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA